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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Balzac, Honoré de,     
Titel:
Die große Hörspiel-Edition. Vater Goriot - Cousine Lisbeth - Eugénie Grandet - Verlorene Illusionen
ISBN:
978-3-8445-2975-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
783
Verlag:
Hörverlag, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
30,00 €   Audio-CD / Hörbuch / Musik
       
Inhalt:
Die Hörspieledition enthält folgende Rundfunkproduktionen: „Vater Goriot” (DLR 2017), „Eugénie Grandet” (DLR 2015), „Cousine Lisbeth” (DLR/RBB 2017) und „Verlorene Illusionen” (HR 1970). Regie führten Judith Lorentz, Marguerite Gateau, Christiane Ohaus und Fritz Schröder-Jahn; die Hörspielbearbeitungen übernahmen Helmut Peschina, Cécile Wajsbrot und Palma. Zu hören sind die Stimmen von Gerd Wameling, Felix von Manteuffel, Hans-Michael Rehberg, Jens Harzer, Friedhelm Ptok, Peter Matić, Matthias Habich, Maren Kroymann, Horst Tappert u. v. a.
[141 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Klassiker
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Honoré de Balzac gehört zweifelsohne zu den bedeutendsten und einflussreichsten Schriftstellern der (französischen) Literatur. Doch seine „Comédie humaine“, der Versuch eines umfassenden Sitten- und Gesellschaftsgemäldes seiner Zeit, ist uns heute fremd geworden. Dies liegt im Wesentlichen an der historischen Distanz zur abgebildeten Welt. Es liegt aber auch an der steten Weiterentwicklung realistischen Schreibens, dessen Anfänge Anfang bis Mitte des 19. Jh.s eng mit den Romanen Balzacs verbunden sind, und damit an der nunmehr überholten poetischen Darbietung der erzählten Welt.

Den aufwendig inszenierten Hörspielen gelingt es in erstaunlicher Weise diese Fremdheit weder aufzuheben noch zu nivellieren - dies erschiene auch als Fehler -, sondern sie gekonnt zu überbrücken. Der Hörer wird so in die Welt der „Comédie humaine“ entführt und kann die von Text (und Autor) intendierten Erfahrungen von Alterität und Selbsterkenntnis, die durch den bisweilen böse satirischen Blick generiert werden, durchleben und genießen: Verwunderung bis Entsetzen, aber auch Amüsement über die Abgründe von Menschheit und Gesellschaft, der Balzac in seinen Romanen den Spiegel vorhält. Lässt man sich von den äußerst gelungenen Inszenierungen und den durchweg sehr guten Sprechleistungen fort tragen, erwarten einen einige Stunden vergnügliches Hörerlebnis. So bietet die Hörspieledition dem an Literatur und Bildung Interessierten durch ihre Lebendigkeit eine gute Alternative zur Rezeption im Medium Buch, will er Balzacs „Comédie humaine“ (wieder)entdecken.

Die Hörspiele eignen sich (aus zeitlichen Gründen wohl nur in Ausschnitten) durchaus auch für den Einsatz in einem Literaturuntericht, der das Konzept der Nationalliteraturen hinter sich lässt und Poetik und Programm des Realismus umfassend behandeln möchte.
[141 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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