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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Michel, Winona; Buschkamp, Hannah; Drerup, Carlotta; Schramm, Finja,     
Titel:
Die kleine Eule Luna und wie sie lernt mit Trennungsangst umzugehen
ISBN:
978-3-456-85896-8  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Michel, Winona
Seitenanzahl:
52
Verlag:
Hogrefe , Bern
Gattung:
Bilderbuch, Ratgaber,
Reihe:
Psychologische Kinderbücher
Jahr:
2018
Preis:
24,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Bei der kleinen Eule Luna handelt es sich um ein psychologisches Kinderbuch.
Aufgeteilt in vier Unterbereiche ist zu Beginn eine Einführung für Eltern zur Handhabung und Zielsetzung des Buches zu finden.
Dann folgt eine kleinere Einführung durch die kleine Eule, die sich direkt an das lesende Kind richtet. Anschließend erzählt Luna ihre Geschichte und begleitet durch ansprechend farbig gezeichnete Bilder ist es leicht möglich, sich in ihre Gefühlslage zu versetzen und ihre Ängste nachzuvollziehen, z. B. dass sie ihre Eltern verlieren könnte, wenn diese auf Jagd gehen. Doch das Glühwürmchen Sole gibt ihr einige Tipps, wie es ihr gelingen könnte, die alles beherrschende Angst klein wie ein „Würmchen“ und sich selbst stark und mutig zu machen, da man sonst zu viele schöne Sachen verpassen würde, wie z. B. Spaß und Lernen in der Schule, Schulausflüge oder Geburtstagsfeiern. Anschließend folgt ein Reflektionsteil für das Kind, dann ein Beratungsteil für Eltern und Geschwister sowie Adressen von Hilfs- und Unterstützungsangeboten.
[KaCr 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Gefühle
       
Anmerkungen:
Dieses Buch besteht aus verschiedenen Teilen, die unterschiedliche Ziele und Adressaten haben. Neben der Einführung, die sich an die betroffenen Eltern von angstgestörten Kindern richtet, gibt es auch einen Bilderbuchteil für das betroffene Kind.
       
Beurteilungstext:
In der Einführung des insgesamt 52 Seiten umfassenden DIN A4 großen in Hartpappe gebundenem Buch wird die Idee und die Zielsetzung eines psychologischen Bilderbuches erklärt. Hier erhalten die Eltern Grundinformationen und dies erleichtert sicher die Entscheidung, ob dieses Buch das eigene Kind unterstützen könnte.
Nun erzählt Luna ihre Geschichte und ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Kinder mit Trennungsängsten gut in ihre Situation hineinversetzen können. Oft fällt es besonders Kindern leichter, Gefühle an vorgestellten Personen oder Tieren wieder zu erkennen, da es ihnen an einer eigenen Reflektionsfähigkeit noch mangelt. Die Geschichte ist klar gegliedert und die Kernaussagen, wie z. B. wann macht Angst Sinn und wann eher nicht, werden deutlich formuliert. Die Bilder unterstützen den Text und selbst, wenn ein Erwachsener den Text vorliest, haben Kinder die Situation der kleinen Eule deutlich vor Augen. Dies erscheint mir wichtig, denn die Textlänge neben den Bildern ist oft sehr lang. Die Aufmerksamkeitsspanne eines Leseanfängers und eines Kindes im vierten Schuljahr können sehr unterschiedlich sein. Hier müssen die Eltern und/oder Therapeuten gut reflektieren, welche Form für das Kind die geeignetste ist.
Im dann folgenden Teil reflektiert Luna mit dem Kind die Angstsituation und bietet kleine Übungen an, wie z. B. schreibe auf, wann Angst gut und beschützend für dich war. Oder: Schreibe auf, wann die Angst eigentlich gar nicht nötig war. Weiterhin werden Begriffe aus dem Bereich der Therapie kindgerecht erklärt. Ich halte diese Möglichkeit für sehr geeignet, dem Kind die Möglichkeit zu geben sich aktiv mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen. Aber auch hier ist der Entwicklungsstand des Kindes zu berücksichtigen und evtl. Hilfe durch den Erwachsenen nötig. Ich könnte mir vorstellen, dass betroffene Familien dankbar sind in einer für sie oft ohnmächtigen Situation eine Möglichkeit zu erhalten, an der Situation in der Familie begleitend und unterstützend tätig sein zu können. Da ich persönliche Erfahrungen innerhalb der erweiterten Familie mit dieser Problematik habe, kenne ich den oft hilflosen Satz der Erwachsenen: Aber du brauchst doch keine Angst zu haben!! Daher finde ich es positiv, dass im letzten Teil die Eltern und die Geschwister angesprochen werden, indem der geeignete Umgang mit einem „angstgestörten Kind“ angesprochen wird. Den Abschluss bilden Adressen von geeigneten Hilfs -und Unterstützungsinstitutionen.
Sicher ist es wohl eher nicht der Fall, dass dieses Buch der alleinige Schlüssel zur Bewältigung einer Angststörung ist, dies wird ja auch im Buch ausgeführt, aber ich könnte es mir als gute und hilfreiche Ergänzung vorstellen, so dass ich bereits weiß, wer dieses Buch nach meiner Rezension erhalten wird. Mein Fazit lautet daher: Sehr empfehlenswert.
[KaCr 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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