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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Dr. Herlofsen, Sarah,     
Titel:
Wie ist das mit dem Krebs?
ISBN:
978-3-522-30504-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Geisler, Dagmar
Seitenanzahl:
96
Verlag:
Thienemann, Stuttgart
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
12,99 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Was ist Krebs? Was passiert mit Opa, wenn er Krebs hat? Wie bekommt man überhaupt Krebs? Kann man Krebs heilen? Kann man von Krebs sterben? Wohin geht Mama, wenn sie stirbt? All diese Fragen und viele weitere, werden auf kindliche Weise bedacht und dennoch wahrheitsgetreu von Dr. Sarah Herlofsen beantwortet.
[160 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krankheit / Sterben / Tod / Gefühle / Krebs / Biologie / Sachunterricht / Ratgeber
       
Anmerkungen:
Das Buch eignet sich für eine gemeinsame Erarbeitung mit einer erwachsenen Bezugsperson, einer für derartige Gespräche ausgebildete Lehrperson und vor allem in professioneller, psychologischer Betreuung.
       
Beurteilungstext:
Krebs. Ein wahrlich furchterregendes und oftmals doch unbegreifliches Wort für Kinder. In der behütenden Pädagogik, die gar nicht mal vor langer Zeit auch in der Kinder- und Jugendliteratur herrschte und immer noch zu finden ist, sind Themen wie Tod, Sterben und schwere Krankheiten wie Krebs tabu. Die Unfähigkeit, das Unsagbare in Worte zu fassen, vermischt sich mit der Angst vor der kindlichen Gefühlswelt. Wird mein Kind nicht traumatisiert, wenn ich es aufkläre? Ist mein Kind überhaupt in der Lage zu begreifen, was mit einem Menschen passiert, der an Krebs erkrankt ist. Ist mein Kind in der Lage, den Zusammenhang von Krankheit, Sterben und Tod zu begreifen?
Vielen ist gar nicht bewusst oder unterdrücken die Tatsache, dass Kinder auch ohne eine Aufklärung mit Krankheit, Tod und Sterben in Berührung kommen. Kinder erfahren in ihrer Umwelt, wie andere Kinder oder ein Haustier stirbt. Sie hören vielleicht, dass ein nahestehendes Familienmitglied an Krebs erkrankt und sich durch Krankheit und Therapien äußerlich und eventuell charakterlich verändert. Die überbehütete Sorge, das Kind vertrage die Wahrheit nicht, kann dafür sorgen, dass Gefühle wie Trauer, Angst um die erkrankte Person und Unwissen genau das Gegenteil des erhofften Ergebnisses herbeiführen. Und schließlich macht Krebs nicht vor Kindern halt.
Auf ehrliche, aber einfache und kindliche Weise werden die biologischen und medizinischen Sachverhalte erklärt. Von der Herkunft, der Entstehung und der Funktion der Zelle zur Entwicklung kranker Zellen, dem körpereigenen Abwehrsystem, Unterschieden zwischen Krebs und anderen Krankheiten werden zahlreiche Fragen sachlich, jedoch mit vielen bunten Abbildungen geschildert. Zum Ende hin wagt die Autorin den gefürchteten Schritt vieler Erwachsener und spricht über Chancen einer Heilung, die durchaus reale Möglichkeit, an Krebs zu sterben, und über das Sterben selbst. Dabei lehnt sich die Autorin an keine bestimmte Vorstellung vom Tod. Kurz und knapp, aber liebevoll werden unterschiedliche Ansichten geschildert und schließlich betont, dass sich jeder selbst aussuchen darf, wie er sich den Tod vorstellt. Die Autorin gibt Tipps, wie man die Erinnerungen an eine geliebte, verstorbene Person festhalten kann.
Im letzten Kapitel befindet sich ein Ratgeber für die erwachsene Person, die das Buch mit dem Kind gemeinsam liest und erarbeitet. Dabei wird u.a. die Frage beantwortet, wie die erwachsene Bezugsperson auf heftige Reaktionen wie Isolation und Aggression vonseiten des Kindes reagieren können. Schließlich werden hilfreiche Adressen zur Beratung und Begleitung angegeben.
[160 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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