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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Badescu, Ramona,     
Titel:
Die Ameise und der Bär
ISBN:
978-3-407-82349-6  
Übersetzer:
Scheffel, Tobias
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Jackowski, Amélie
Seitenanzahl:
54
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine Ameise verschläft und rennt wie verrückt zur Arbeit… pflichtbewusst, aber unaufmerksam…, denn sie prallt gegen einen Bären und verliert das Bewusstsein.
Ihr Ende? Oder etwa der Beginn einer wunderbar ungewöhnlichen Freundschaft?
[MaGa 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Ungleichheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Auf dem Cover sitzt ein großer Bär. Er zieht ein rosafarbenes Tuch von einem Insekt, welches vor ihm auf einem Tisch liegt. Zu seinen Füßen eine heißgefüllte Tasse, ein Stift und ein Löffel….Ist es der Verzehr einer Mahlzeit? Aber er schaut nicht hungrig, eher gespannt, neugierig, aber auf keinen Fall grimmig… es scheint ein freundlicher Bär zu sein.
Die Geschichte beginnt jedoch mit einer(!) Ameise, was ungewöhnlich ist, denn Ameisen sind immer in Gruppen, wie berichtet wird, niemals allein.
Aufgrund der extrem liebevoll detaillierten sowie kindgerechten Zeichnung verliebe ich mich bereits auf der zweiten Seite in die großen Glubschaugen unserer Ameise.
Eigentlich ist die Geschichte bereits zur Nebensache für mich geworden. Ich betrachte entzückt die filigranen Arme und Beine der Ameise und ihre großen Augen. Der einfache, klare Text trägt mich förmlich über die Seiten. Mal ein Lied, mal ein Gedicht, sprachliche Wiederholungen, aber nie zu überladen. Kurze Sätze, viel wörtliche Rede und durch Großdruck Hervorhebungen zur Verdeutlichung verschiedener Emotionen.
Herzallerliebst - ich schaue und höre, wie die Ameise im Schlaf vor sich hin redet und träumt und das Eichhörnchen vorsichtig ein Beinchen nach dem anderen untersucht.
Dann muss aber doch noch Dr. Buhu… erm Uhu kommen und eine Krankschreibung wird natürlich auch an den Ameisenhaufen verschickt, schließlich muss alles seine Richtigkeit haben.
Der Bär hat natürlich vollkommen Recht. Nebenbei erwähnt, er ist nicht besonders gesprächig, aber dass ihm eine Ameise in die Arme rennt und dabei ohnmächtig wird, das ist ja wohl richtiger „Hasendreck“. Denn er hat um vier Uhr schließlich Ukuleleunterricht. Aber die Ameise öffnete einfach die Augen nicht mehr und der Bär beginnt sich Sorgen zu machen und nicht nur wegen des Ukuleleunterrichts.
Leichtfüßig, teils in Ansätzen ironisch, dennoch für Kinder verständlich, führt uns der Text durch die wunderbare Geschichte zweier Wesen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der warme, stets nachdenkende Bär, langsam, gemütlich, trotz seiner Sorgen, himmlisch entspannt. Die fleißige, tatkräftige, vermutlich hektische Ameise, welche auf keinen Fall ihre Kollegen oder Vorgesetzten enttäuschen will. Diese zwei kommen hier zusammen. Aufgewachsen in zwei Welten, eine in der man sich Gutes tut und verantwortungsbewusst für sich und andere sorgt und eine andere in der das eigene Leben nicht zum Genießen, sondern zum Funktionieren vorgesehen ist.
Ungern möchte ich Dinge hineinphilosophieren, sondern jedem Leser seinen eigenen verzauberten Zugang belassen.
Rauszuholen ist hier auf jeden Fall eine Menge. Würde man mich fragen, worum es geht… Freundschaft, Ungleichheit, Tiere, Verantwortung, Krankheit, Pflichtbewusstsein, Vertrauen, gegenseitige Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Dank, Annahme.. diese Liste könnte beliebig weitergeführt werden.
Dieses Buch ist definitiv mein neues Lieblingsbuch und ich werde es meinem Lieblingsmenschen schenken ohne viele Worte.
Damit schließe ich meine Rezension mit meinem neuen Lieblingssatz:
„Er sagte nichts (…), aber seine Ukulele sagte all das sehr gut.“
[MaGa 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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