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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Keller, Michael,     
Titel:
BIG DATA. Das Ende der Privatheit?
ISBN:
978-3-946593-50-8  
Übersetzer:
Jacoby, Edmund
Originalsprache:
Amerikanisch
Illustrator:
Neufeld, Josh
Seitenanzahl:
59
Verlag:
Jacoby & Stuart, Berlin
Gattung:
Comic / Graphic Novel
Reihe:
Jahr:
2017
Preis:
15,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Wie verändert die Datensammelwut der Firmen unsere Gesellschaft? Was geschieht mit den Informationen, die die Menschen mit der Aussicht auf Rabatte oder soziale Integration von sich preisgeben und was passiert mit denen, die dazu nicht bereit sind? Diesen Fragen geht der amerikanische Multimedia-Journalist Keller gemeinsam mit dem auf Sachcomics spezialisierten Illustrator Neufeld auf den Grund.
[152 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Comic-Reportage, Internet, Datensammlung, Datenschutz, Privatsphäre
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die beiden Amerikaner Keller und Neufeld nehmen sich des Themas Big Data an: die Sammlung und Auswertung riesiger Datenmengen vor allem durch große Firmen. Sie führen Interviews mit Wissenschaftlern und Diskussionen untereinander zu verschiedenen Aspekten und Phänomenen des Themas. Unter anderem Versicherungskonzerne, social-media-Plattformen oder smarthome-Systeme sammeln und werten Daten aus, bewerten Kunden und bieten individualisierten Service an. Das vermehrte und selbstverständliche Preisgeben von persönlichen Daten scheint zu einer zunehmenden "Entschleierung" des Einzelnen zu führen. Es droht eine Spaltung der Gesellschaft zwischen Menschen, die ihre Daten weitergeben und auswerten lassen und denen, die hierzu nicht bereit sind. Datenverweigerer könnten unter den Verdacht geraten, etwas verbergen zu müssen und durch negative Bewertung wirtschaftliche Nachteile erlangen.
Das dem Comic voran gestellte Vorwort des Verlages führt in das Thema ein. Der Fokus richtet sich auf die Situation in Amerika, lässt aber Rückschlüsse auf die europäische Gesellschaft zu. Der Leser begleitet die beiden Journalisten zu den verschiedenen Interviews und ist dabei, wenn sich zwischen den beiden Diskussionen zum dem jeweiligen Aspekt entwickeln. Dabei wird der Lesende immer wieder auch direkt angesprochen. Geschickt ist der Schachzug der beiden, sich selbst, augenzwinkernd, auch als Nutzer der Möglichkeiten digitaler Dienste zu zeigen. Dies verhindert einen belehrenden Ton, denn es klar: digitale Dienste und Möglichkeiten gehören zum heutigen Leben dazu. Wichtig bleibt aber, die Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft und das eigene Verhalten immer wieder kritisch zu hinterfragen. Die subjektive Datenauswertung darf nicht zu einer bestimmenden, das Leben des Einzelnen beeinflussende Einstufung führen, egal ob bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit, des Gesundheitsstandes oder des sozialen Status.
Eine wichtige, hilfreiche und anregende Lektüre, die Denkanstöße und Diskussionsanlässe rund um das Thema Big Data liefert. Die Form der Comic-Reportage erweist sich als gutes Mittel, Sachinformationen verständlich vermitteln. Vor diesem Hintergrund ist das Buch sehr zu empfehlen.
[152 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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