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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Lezzi, Eva    
Titel:
Die Jagd nach dem Kidduschbecher
ISBN:
978-3-95565-163-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
121
Verlag:
Hentrich & Hentrich, Berlin
Gattung:
Erzählung
Reihe:
Jahr:
2016
Preis:
11,90 €   Buch: Taschenbuch
       
Inhalt:
Die Muslima Samira und die Jüdin Rebekka sind beste Freundinnen. Als ein Kidduschbecher verschwindet und der Nahostkonflikt eskaliert, wird es für die beiden schwer, ihre Freundschaft aufrecht zu erhalten. Doch die tiefe Verbundenheit der beiden lässt sich auf Dauer nicht erschüttern und bringt sogar die beiden Väter etwas näher aneinander.
[GB Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
12 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen Freundschaft Religion
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieses Jugendbuch besticht durch seine Aktualität. Die Freundschaft der beiden so ungleichen Mädchen wird sehr einfühlsam und glaubwürdig erzählt, wenngleich es im wahren Leben sicherlich sehr selten vorkommt, dass eine Jüdin und eine Muslima besten Freundinnen werden. Und diese Problematik zeigt sich auch schon nach wenigen Seiten der Lektüre. Weltpolitische Ereignisse zwischen Israel und Palästina bleiben nicht ohne Einfluss auf die beiden Dreizehnjährigen. Sehr authentisch gelingt es der Autorin die Gefühlswelt der jungen Mädchen wiederzugeben, vor allem, wenn es um Zwistigkeiten in der eigenen Familie geht. Wie ernst wird der Ramadan in der muslimischen Familie genommen oder welchen Stellenwert hat der Sabbat in der jüdischen Familie. Aus Sicht der beiden Mädchen wird sehr glaubwürdig erzählt, wie diese die Eltern im konfliktreichen Situationen erleben und wie sie versuchen, sich davon zu distanzieren. Auch die Mädchenfreundschaft ist von Höhen und Tiefen gekennzeichnet, kann sich aber letztendlich immer wieder stabilisieren.
Die Frage, ob Samira ein Kopftuch trägt ist nicht relevant und wird auch nicht problematisiert. Im Gegenteil verkörpert diese junge Muslima eine unkonventionelle berliner “Großstadtgöre”, die keine Berührungsängste mit einer Marihuana rauchenden Mitschülerin hat und doch zugleich beschlossen hat zum ersten Mal am Ramadan aktiv teilzunehmen. Beim Besuch der Großmutter in Tunesien vermisst Samira schmerzlich das Joggen am Meer mit ihrem Vater, doch auch hier kann sie gut zwischen den kulturellen Unterschieden der beiden Länder unterscheiden und so das konventionelle Frauenbild für die begrenzte Zeit des Urlaubs akzeptieren.
Dass Rebekka mit einer jüdischen Jugendgruppe ihre Ferien verbringt, scheint selbstverständlich zu sein und wird nicht problematisiert.

[GB Nordrhein-Westfalen]
  
       

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