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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Blauth, Marlies    
Titel:
zarte takte tröpfelt die zeit
ISBN:
978-3-943940-05-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Blauth, Matlies
Seitenanzahl:
95
Verlag:
NordPark, Wuppertal
Gattung:
Lyrik
Reihe:
Jahr:
2015
Preis:
6,50 €   Buch: Softcover
       
Inhalt:
In diesem schmalen Gedichtband finden sich 63 moderne lyrische Texte, die erlebnisnah Dichtung als Mittel zum Begreifen der Welt nahebringen und in 6 zarten Illustrationen ein optisches Äquivalent finden.
[RSchV Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
Elternhaus, weiterführende Schulen
       
Beurteilungstext:
Bekanntlich wird moderne Lyrik zwar viel geschrieben, aber wenig gelesen. Umso anerkennenswerter für den Wuppertaler Verlag, der mit seiner Herausgabe der „Besonderen Hefte“ - Größe 20,5 x 13,5 cm - auch bei diesem besonderen Büchlein der bildenden Künstlerin und Autorin Marlies Blauth einen guten Griff getan hat. Findet man in der modernen Lyrik oft sehr verschlüsselte, hermetische und oft unverständliche Texte, so heben sich diese Gedichte bemerkenswert davon ab. Sensibel, verständlich und nachvollziehbar formuliert die Autorin ihre präzise Wahrnehmung in poetischen Worten, Sätzen und Sprachbildern, aus denen optisch schlanke Gedichte in freien Rhythmen entstehen. Sie setzt alltägliche Erfahrungen und Erlebnisse in lyrische Sprache um, setzt Wortschöpfungen neu , lässt Gefühlszusammenhänge und gedankliche Verknüpfungen oft zu überraschenden Wendungen kristallisieren. Immer sind die Texte gebunden an innere und äußere Wirklichkeiten, die vom lyrischen Ich an den Leser vermittelt werden. Die Texte variieren in der Länge zwischen einem Vierzeiler und Gedichten, die etwa 1,5 Seiten lang sind. Gerade der kürzeste Text beeindruckt durch die darin ausgesprochene Mehrdeutigkeit einer Redewendung: „Sie saßen einander gegenüber / rührten sich Nichtworte in den Kaffee / und lächelten leer / Sie nahmen einander die Zeit“.
In der Orthografie nimmt sich die Autorin die Freiheit, entweder den Regeln zu folgen oder in konstanter Kleinschreibung ein intensiveres Lesen zu fordern.
Die leicht melancholische Gefühlslage ist in vielen Gedichten spürbar.
6 kleine, aquarellhaft zarte schwarz-weiß Grafiken liegen eigenständig und berührend flüchtig den Gedichten jeweils gegenüber.
Diese Gedichte von Marlies Blauth eignen sich nicht nur für Erwachsene, die sich von Lyrik auf ganz eigene Weise anrühren lassen, sondern auch gut für weiterführende Schulen, um Schüler an moderne Lyrik heranzuführen, weil die Sprache reichhaltig, die Bilder poetisch sind, aber nie unverständlich bleiben.
[RSchV Nordrhein-Westfalen]
  
       

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