AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

6560 aktuelle Rezensionen, weitere 82419 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Scheier, Mieke,     
Titel:
Alles Arbeit oder was?!
ISBN:
978-3-407-75499-8  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Scheier, Mieke
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wohin sind all die Leute unterwegs, die man morgens auf den Straßen sieht? Wie sieht ihre Arbeit aus, was ist ein Arbeitsplatz? Wie wurde die Arbeit erfunden? Für welche Arbeit gibt es viel Geld, welche macht richtig viel Spaß? Auf diese und weitere Fragen findet die Autorin verständliche Antworten und auskunftsreiche, kunterbunte Illustrationen. Dabei klammert sie auch schwierige Themen wie z.B. Kinderarbeit und Arbeitslosigkeit nicht aus. Ein großformatiges Buch zu einem großen Thema!
[htd 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Arbeitswelt / Beruf / Arbeitslosigkeit / Geschichte
       
Anmerkungen:
Umfassende Informationen und Denkanstöße zum Thema Arbeit - mit detailreichen Illustrationen
       
Beurteilungstext:
Grundlage dieses ungewöhnlichen Buches sind Kinderfragen zu den Themen Arbeit und Beruf. Aus vielen Perspektiven setzt sich Mieke Scheier damit auseinander und versucht dazu Antworten zu finden. Da ist der soziale Aspekt: die morgendliche Hektik in der Familie, wenn alle pünktlich losmüssen, die Arbeitsteilung im Familienalltag, die Überforderung, der Verlust des Arbeitsplatzes. Historische Themen werden angesprochen: notwendige Arbeiten in der Steinzeit, "ausgestorbene" Berufe (Scherenschleifer, Postreiter …), Veränderungen durch die Industrialisierung und Digitalisierung. Technische Aspekte wie verschiedene Arbeitsplätze (Kräne, Raketen, Baustellen …) und Produktionsketten (vom Baum zum Tisch) werden dargestellt und am Ende des Buches gibt es dann noch Erklärungen ungewöhnlicher Begriffe (Homeoffice, Pendeln, Schichtwechsel). Die Autorin zeigt aber auch, wie wichtig viele Menschen ihre Berufe finden und wieviel Freude ihnen ihre Arbeit macht.

Alle diese Themenbereiche werden verständlich, vielschichtig und detailreich erklärt und mit Illustrationen versehen. Es gibt zu jeder Frage einen etwas längeren einführenden Text als Antwort und zahlreiche kleine Bildelemente mit erläuternden Beschriftungen. Mieke Scheier sorgt für Überraschungen, ungewohnte Perspektiven und auch kleine humorvolle Elemente. Auf der Doppelseite „Was ist eigentlich ein Büro?“ hat jemand am Kopierer auf einen falschen Knopf gedrückt, so dass das Papier durch den Raum segelt. Während ein Mitarbeiter „eine fiese Person am Telefon“ hat und ihm der Ärger deutlich anzusehen ist, schlummert gegenüber sein Kollege mit dem Kopf auf der Computertastatur, er „ist zu spät ins Bett gegangen“. Im Büro gibt es auch Topfpflanzen, ein (besetztes) Klo, eine Teeküche, unterschiedliche Sitzmöbel, einen Kollegen im Rollstuhl und einen Mitarbeiter, der sich krank fühlt und nach Hause geschickt wird.

Ohne explizit darauf hinzuweisen, zeigt Mieke Scheier Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters und unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft (Frauen mit Kopftuch). In den teilweise wimmeligen Bildern entdeckt man einen Obdachlosen auf seiner Bank, Menschen mit Lastenrädern, Rollstuhlfahrer, einen Erzieher mit einem großen Kinderwagen, eine Feuerwehrfrau, einen Balletttänzer und – mit ganz aktuellem Bezug - eine Frau am Mikroskop, sie „forscht an einem Impfstoff“.

So ist ein ganz besonderes, beeindruckendes Buch entstanden, in dem man immer wieder neue Details findet, sich ganz gezielt mit einzelnen Themen beschäftigen oder sich einfach treiben und inspirieren lassen kann. Schon durch das große Format (36,5 x 26,5 cm) und die Titelgestaltung mit Illustrationen aus unterschiedlichen Themenbereichen wird deutlich: Dieses Buch sollte man sich genauer angucken!

Für kleine Menschen ab etwa vier Jahren und ältere Schulkinder bis etwa zehn Jahren vermittelt das Buch auf unterhaltsame Weise viel Wissen. Allein oder gemeinsam mit Geschwistern, Freunden, Freundinnen oder einem Erwachsenen werden Kinder auch nach mehrmaligem Anschauen und Lesen immer wieder neue Informationen und Denkanstöße finden und ihren Spaß mit dem Buch haben. Vielleicht kommen sie auch ins Gespräch mit ihren Eltern über deren Berufe. Oder sie finden eine Antwort auf die Frage am Ende des Buches: „Und was möchtest du mal machen, wenn du groß bist?“

Mieke Scheier hat bereits mehrere Bilder- und Sachbücher illustriert und verfasst, 2018 erschien ihr Buch „Passt nicht“. Für ihre Arbeiten wurde sie u.a. mit dem Lesepeter der GEW und dem Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.
[htd 18 Niedersachsen]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.