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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Soderguit, Alfredo,     
Titel:
Die Wasserschweine im Hühnerhof
ISBN:
978-3-7152-0797-1  
Übersetzer:
Roth, Eva
Originalsprache:
Spanisch
Illustrator:
Soderguit, Alfredo
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Atlantis bei Orell Füssli, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wildtiere sind gefährlich! Das wissen die Hühner in ihrem ruhigen Hühnerhof genau. Doch als eines Tages die Wasserschweine kommen, sind sie gezwungen, sich mit ihren Vorurteilen auseinanderzusetzen und diese zu überdenken.
[stoe 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Flucht / Freundschaft / Rassismus / Tiere
       
Anmerkungen:
Gut geeignet für eine Bücherkiste zum Thema Flucht/Migration
       
Beurteilungstext:
Das Leben im Hühnerhof ist ruhig, friedlich und bequem – bis eines Tages die Wasserschweine auftauchen. Sie sind auf der Flucht vor den Menschen, die draußen in den Sümpfen Jagd auf sie machen. Die Hühner sind entsetzt über die Ankunft der Eindringlinge. Sie sind zu groß, zu haarig, zu nass und es sind zu viele. Während die Erwachsenen noch verhandeln, nähern sich ein Küken und ein Wasserschweinkind einander neugierig und ohne Vorbehalte an. Und als die Wasserschweine das kleine Küken aus einer gefährlichen Situation retten, ändert sich die Situation schlagartig. Die Hühner und die Wasserschweine schließen Frieden und leben fortan in trauter Eintracht auf dem Hühnerhof. Doch dann kehren die Menschen zurück und damit auch die Gefahr für die Wasserschweine. Die Hühner müssen sich entscheiden, mit wem sie sich solidarisieren und wie sie zukünftig leben wollen. Gemeinsam brechen die beiden so unterschiedlichen Tierarten auf in ein neues Leben.

Der Autor und Illustrator Alfredo Soderguit arbeitet auch als Illustrator, Drehbuchautor und Regisseur. Und das ist diesem Bilderbuch deutlich anzumerken. Der Text beschränkt sich auf das absolut Notwendige und lässt viele Leerstellen, die von den Betrachtern gefüllt werden müssen. Stattdessen stehen die betont schlicht gehaltenen Illustrationen im Fokus und zeigen bühnenartig das Geschehen. Die Farbpalette der Zeichnungen umfasst neben Schwarz, Braun, Grau und Weiß nur wenige leuchtend rote Akzente, die die Ausdruckskraft der schlichten Bilder noch verstärken.

Die Schlichtheit der Illustrationen und die reduzierte Sprache stehen jedoch im krassen Gegensatz zu der Fülle der Themen, die in der Geschichte stecken. Sie ist auf verschiedenen Ebenen zu verstehen, je nach Alter und Verständnis des Betrachtenden. Jüngere Kinder werden vor allem die Freundschaft unter Tieren in den Blick nehmen. Darüber hinaus geht es aber auch um Flucht und Migration, um Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile, um deren Überwindung, um Solidarität und den Wert der Freiheit. Denn letztendlich stellt sich für die Hühner die Frage, wie selbstbestimmt sie auf ihrem vermeintlich sicheren Hühnerhof eigentlich leben. Schließlich ist ihr Leben durch den Bauern auch täglich in Gefahr.

Ein ungewöhnliches und äußerst wertvolles Bilderbuch, das zum Nachdenken, Erzählen und Diskutieren anregt für Groß und Klein.
[stoe 18 Niedersachsen]
  
       

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