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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Schomburg, Andrea,     
Titel:
Die Spur zum 9. Tag
ISBN:
978-3-7478-0036-2  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Specht, Miryam
Seitenanzahl:
192
Verlag:
Hummelburg, Ravensburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
12,99 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Bevor Bene mit Mama und dem Schleimer Sebastian in Urlaub fährt, geht er lieber zu Oma! Und wenn er da jeden Tag die Tippen vom Teppich sammeln muss!
[JuS 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Detektiv / Familie / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Aus der Ich-Perspektive erzählt der 13-jährige Bene, welche Abenteuer er bei Oma Renate in Duderstedt erlebt. Eigentlich sollte er mit Mama und ihrem Freund Sebastian in den Urlaub nach Schweden fahren, aber das wäre ja wie Verrat an Papa, der bei Ärzte ohne Grenzen tätig und deshalb nie zuhause ist. Bene hatte gehofft, dass Mama auch nicht fährt, aber nun sitzt er alleine im Zug auf dem Weg zu Oma.

Im Abteil lernt er ein Mädchen kennen, das ein wenig aussieht wie Greta Thunberg. Und als Oma ihn auf den Friedhof schickt, um "bei Opa (zu) harken", trifft er sie wieder. Mia wohnt zusammen mit ihrem Bruder Ole, ihren Eltern und ganz vielen Tieren zufällig in Omas Nähe und so freunden sie sich an. Damit sind die langweiligen Tage bei Oma zu richtigen Abenteuertagen geworden. Denn in Omas Nachbarn, Herrn Grünland, vermuten die drei sowohl einen Drogen- als auch Welpendealer ausfindig gemacht zu haben.

Schon bald entdecken sie jedoch, dass auch Benes Oma und deren merkwürdiger Bekannter, Herr von Finkelstein, involviert sein müssen.
Und ganz plötzlich fallen auch andere Puzzlesteine in Benes Gehirn an die richtigen Stellen ...

Diese mit viel Humor und Selbstironie gespickt erzählte Geschichte greift die Themen auf, die 13-Jährige in dem Alter umtreiben: Abenteuer und Verschwörungstheorien. Mit witzigen Dialogen versehen wird hier aus der Sicht des eigentlich sehr einsamen Bene erzählt, wie verzwackt manche Familienkonstellationen sein können. Der mit seinen jungen Jahren sehr verständige Bene lässt sich aber nicht entmutigen und macht aus der Situation das Beste, er nimmt niemandem aus der Familie dessen Art übel oder unterstellt Bösartigkeit.

So ist es Andrea Schomburg gelungen, aufzuzeigen, dass man manchmal mit Geduld, manchmal mit konsequentem Handeln, manchmal aber auch mit ehrlichen Gesprächen Situationen entschärfen oder gar klären kann. Die Erzählweise ist dem Alter angepasst. Diese, ebenso Kapitellänge und Schriftgröße lassen zu, dass bereits jüngere Kinder dieses Buch lesen können. Die Thematik kann auch sie ansprechen.

Die von Miryam Specht gezeichneten Bleistiftzeichnungen ergänzen die Geschichte einfühlsam: manchmal werden sie vom Text umrahmt, an anderen Stellen sind sie dem Text nach- oder vorangestellt oder sie "fließen" in den Text ein. Die auf der Coverrückseite dunkelblau gezeichneten Puzzleteile finden sich an einigen Stellen im Buch als Bleistiftzeichnung wieder. Mit fortlaufender Geschichte wird deutlich, dass es sich dabei um Puzzleteile handelt, die symbolisch den Zusammenhang des Ganzen verdeutlichen. Nach und nach fallen die Teile an die richtigen Stellen und komplettieren alles.

Die Vorderseite des Covers zeigt die drei Protagonisten bunt aufgereiht mit verschmitztem, freundlichem Lächeln im Gesicht. Vor Bene stehen Mia und Ole, die Geschwister, und halten das Kaninchen Alice, welches ebenso eine zentrale Rolle in der Geschichte einnimmt, in Händen. Auf türkisem Grund ist nach genauem Hinsehen hinter den Kindern übergroß in satt Blau schemenhaft ein Hund erkennbar. Dazu eine ebenfalls schemenhaft dargestellte männliche Figur ganz weit im Hintergrund. Mit ausgestreckten Armen trägt diese einen kleinen Hund. Alles Hinweise auf die Geschichte, die sowohl spannend als auch lustig erzählt ist und Kindern beiderlei Geschlechts aus der anvisierten Zielgruppe gefallen wird.
[JuS 18 Niedersachsen]
  
       

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