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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Dax, Eva,     
Titel:
Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein
ISBN:
978-3-95728-305-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Dully, Sabine
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Knesebeck, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die staubige kleine Motte hat nur einen einzigen Wunsch: Sie möchte ein Schmetterling sein! Also unternimmt sie allerlei Anstrengungen, ihren Vorbildern nachzueifern. Erst die Begegnung mit einer Fledermaus, die eine Blaumeise sein will, lässt beide das Glück spüren, einen Freund gefunden zu haben.
[ksw 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Kindheit / Streit / Konflikt
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Muffige, alte Wollsocken contra Wildrosennektar am frühen Morgen, wenn noch der Tau auf den Blättern liegt. Bleibe ich immer eine Kleidermotte, oder kann ich nicht auch ein schöner Schmetterling sein? Was für eine sorgenschwere Frage für ein kleines Flattertier! Zwischen diesen Appetithappen muss sich die kleine Motte entscheiden, wenn sie mit sich und ihrem Dasein im Einklang sein will.

Sozusagen eine mottensichere Entwicklungsgeschichte haben das Autorin-Illustratorin-Duo “Dully und Dax“ auf 32 Seiten mit meist doppelseitigen, randlosen und farbigen Bildern zwischen die Buchdeckel gebracht.
Zumeist wird Motten ja von vielen Erwachsenen mit allerlei Gerätschaft nach dem Leben getrachtet. Doch wer die liebevollen Zeichnungen der kleinen Motte (in den Farben der Natur gehalten – von Grün- zu Grau- und Brauntönen –) und der scheinbar eleganteren Schmetterlinge betrachtet, wird schnell ein Fan der flügeligen Nachtschwärmer werden.

Kaum enttarnt, bricht auch schon ein Shitstorm über die kleine Motte herein, die nur vorgibt, ein Schmetterling zu sein: „Wie eklig!“ „Widerlich!“ „Pfui Teufel!“, wird sie als Ungeziefer in der Gesellschaft der Schmetterlinge beschimpft. Beschämt lässt die kleine Motte nichts unversucht, ihren großen, farbenprächtigen Idolen nachzueifern.

Dass dieses Vorhaben nicht lange gutgehen kann, lässt sich unschwer erahnen. Die Aufnahmeprüfung in den edlen Kreis der „delüxen“ Schmetterlinge misslingt trotz allergrößter Anstrengungen. Plötzlich tritt in Form einer kleinen Fledermaus die ersehnte Wendung zum Guten auf.

Die Fledermaus plumpst durch die Blätter des Baumes auf den Ast, auf dem die kleine Motte ihrem Kummer nachspürt. Die Fledermaus hat sich bunt angemalt und trägt einen Schnabel aus Pappe um den Hals. „Hallo. Ich bin ein Vogel!“, stellt sich die Fledermaus vor. Dass auch dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist, wird durch die eindringliche Schilderung der vermeintlichen Blaumeise alias Fledermaus schnell deutlich. Doch gemeinsame Erfahrungen schmieden zusammen. Davon erzählt dieses Buch.

Zurückhaltend und kindgerecht personifiziert und dennoch mit eindeutig an Gesichtsausdruck und Körperhaltung ablesbarer Gemütslage können schon Kinder ab drei Jahren das Auf und Ab der Gefühle der kleinen Motte nachempfinden, die gern ein Schmetterling sein möchte. Große Fragen wirft das Buch in Form dieser Entwicklungsgeschichte auf: Woher komme ich? Wo gehöre ich hin? Warum bin ich so, wie ich bin? Kann ich auch jemand anderes sein?

Und kindgerechte Antworten gibt das Buch sowieso: Jedes Geschöpf ist gut, so wie es ist. Und: „… am allermeisten freuten sich die beiden, dass sie jetzt zusammen in die samtigblaue Nacht hinausfliegen konnten ...“, weil sie Freunde geworden sind.
[ksw 18 Niedersachsen]
  
       

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