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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Ebenstein, Joanna,     
Titel:
Ars Anatomica
ISBN:
978-3-96244-149-4  
Übersetzer:
Korn, Ulrich
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
272
Verlag:
Laurence King, London
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
30,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Jeder Mensch ist ein Unikat, eingeschlossen von einer Hülle, die unverwechselbar, eben einmalig ist, Schutz bietet und die Persönlichkeit umschließt. Die Haut mit all ihren Falten und Poren, Äußerlichkeit. Was befindet sich darunter?
Seit Menschengedenken hat es Forscher, Mediziner und Künstler gleichermaßen fasziniert und interessiert.
Mit Ars Anatomica wird uns ein Buch in die Hand gegeben, das anatomische Illustrationen aus mehreren Jahrhunderten sammelt und Einblicke gewährt, die ästhetisch, beeindruckend und zugleich schaurig schön sein können.
[HiB 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
18 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Bildende Kunst
       
Anmerkungen:
für Kunst- und/oder Medizinstudent*innen
       
Beurteilungstext:
Joanna Ebenstein, freie Wissenschaftlerin, Kuratorin und Fotografin in Brooklyn, New York, untersucht die Schnittstellen von Kunst und Medizin, Tod und Kultur und hat unter der wissenschaftlichen Begleitung von Marie T. Dauenheimer, einer zertifizierten medizinischen Illustratorin aus Washington, Ars Anatomica herausgegeben.

Die Zeitleiste der anatomischen Entdeckungen reicht von ca. 2600 v. Chr., als Kaiser Huangdi „Das Buch des gelben Kaisers zur Inneren Medizin" verfasst haben soll (schon da lautet eine These, dass ein Gleichgewicht zwischen Yin und Yang-Energien entscheidend für die Gesundheit ist), und reicht bis 1995, als der deutsche Anatom Gunther von Hagens seine erste Körperweltenausstellung in Tokio präsentierte.

In fünf Kapiteln, die überschrieben sind mit: Der Körper als Ganzes, Der Blick ins Innere, Fortpflanzung, Obere Körperhälfte, Untere Körperhälfte, finden sich Darstellungen aus sechs Jahrhunderten, die mit allen Stilmitteln der bildenden Kunst geschaffen wurden. Holzschnitte, Stiche, Radierungen, Grafiken, Aquarelle, etc., allesamt von Künstlern geschaffen, die Meister ihres Fachs waren. So ist Ars Anatomica kein medizinisches Lehrbuch, sondern ein Kunstband, der wohl die bisher umfassendste Publikation künstlerischer Darstellungen des menschlichen Körpers ist. Ein Werk, das einen Rückblick in die medizinisch anatomische Kunstgeschichte bietet.

Gleichzeitig ist Ars Anatomica ein Kunstband, der seine Betrachter zwingt, sich mit dem Leben und der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Auf der einen Seite nehmen wir wahr, dass wir unsere Identität mit einer Draufsicht, quasi mit unserem Spiegelbild, verbinden. Die Kunstwerke in Ars Anatomica lassen uns erkennen, da gibt es noch eine andere Seite. Eine innere Seite, die eine perfekte funktionierende Seite ist, die uns am Leben erhält, uns gesund sein lässt, die aber zerbrechlich und nicht auf unendlich ausgelegt ist.

Der Bildband lehrt Demut und Achtsamkeit mit uns selbst. Gleichzeitig gewähren die Darstellungen eine Ahnung davon, wie fantastisch die Evolution am Menschen gearbeitet hat.
[HiB 18 Niedersachsen]
  
       

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