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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Robertson, David Alexander,     
Titel:
Als wir allein waren
ISBN:
978-3-95878-034-7  
Übersetzer:
Kayser, Christiane
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Flett, Julie
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Little Tiger, Gifkendorf b Lüneburg
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
„Als wir allein waren, taten wir Dinge, die man uns verboten hatte. Wir fanden Momente, in denen wir sein konnten, wer und wie wir waren – und das machte uns glücklich.“ So ähnlich könnte Kókom, eine Cree-Großmutter, den Inhalt dieses Buches für ihre Enkelin zusammenfassen.
[MoT 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen / Geschichte / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Nósisim stellt ihrer Großmutter viele Fragen, z.B. warum sie bunte Kleider trägt, warum sie ihre Haare so lang trägt oder warum sie Cree spricht. Die Großmutter erzählt davon, wie ihr als Kind alles verboten worden war, was sie als Cree-Mädchen ausmachte. Besonders ihrer Sprache, ihres Stolzes und ihrer Familien wurden indianische Kinder beraubt. In den kanadischen Residential-Schools sollten sie alles Gewohnte ablegen, um sich anzupassen; der Indianer im Kind sollte getötet werden. Die Momente des Glücks waren diejenigen, in denen sie heimlich an ihren Gewohnheiten festhielten. Die Kinder trafen sich, sprachen in ihrer Sprache und erinnerten sich an ihre Riten, um diese nicht zu vergessen. Nur so war es den Kindern damals möglich, ihre Identität nicht vollends zu verlieren.

Sehr einfühlsam und mit einprägsamen, schlichten Bildern erzählt dieses Buch darüber, wie es sich anfühlt, wenn einem die eigene Identität gewaltsam genommen wird. Der Text ist einfach und in einem immer wieder kehrenden Rhythmus gehalten. Es geht um das Damals und das Heute und wie die Großmutter sich zu jeder Jahreszeit kleine Zufluchtsmomente geschaffen hat, durch die sie die Trennung von Familie, Sprache und Tradition aushalten und überleben konnte.

In dieser Form können auch Kinder gut verstehen und nachvollziehen, was Entfremdung und Einsamkeit bedeuten. Es ist lebensnotwendig, wenigstens an einigen Teilen festzuhalten. Ein Thema, das auch durchaus aktuelle Parallelen hat.

Autor und Illustratorin haben beide Cree-Wurzeln; es ist ihnen ein Bedürfnis auf die Missstände von damals und den Verlust von Identität, die es überall auf der Welt gibt, hinzuweisen.
[MoT 18 Niedersachsen]
  
       

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