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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Arsenault, Isabelle,     
Titel:
Albert will lesen
ISBN:
978-3-314-10518-0  
Übersetzer:
Schaub, Anna
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Nord-Süd, Gossau
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Albert ist ein kleiner Junge, der eigentlich nur sein Buch lesen möchte, aber keinen ruhigen Ort dazu findet. Doch mit viel Fantasie entdeckt Albert einen paradiesischen Platz. Nur allein bleibt er dort nicht lang. Ein Freund nach dem anderen kommt dazu und schnell wird es trubelig, bis Albert der Geduldsfaden reißt und er alle vertreibt. Aber gut fühlt sich die Stille nicht an. Bis ein Freund nach dem anderen zurückkommt und alle bringen etwas mit: ein eigenes Buch zum Lesen.
[18gast 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Streit / Rücksichtnahme
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In Alberts Haus ist es viel zu laut. So laut, dass er keine Ruhe zum Lesen findet. Mürrisch stapft er raus, öffnet das Gartentor und entdeckt auf der kleinen Straße hinter seinem Haus, mitten im Sperrmüll, einen Sonnenuntergang am Strand. Für fantasielose Menschen ist es nur ein altes Gemälde, aber Albert erschafft sich dank seiner Vorstellungskraft einen wunderbaren Platz zum Lesen.

Aber dann kommen die beiden Nachbarsmädchen, um eine Pflanze umzutopfen und der kleine Bruder, um Federball zu spielen. Nach und nach kommen immer mehr Nachbarskinder dazu und alle würden sie gerne mit Albert ihr Spiel spielen. An Alberts Strand wird es also immer voller und lauter, bis Albert irgendwann der Geduldsfaden reißt! Er knallt sein Buch zu, steigt auf seine Strandliege und schreit: „Jetzt reicht´s! Ruhe!“. Dann bleibt Albert allein zurück in der Gasse, auf seinem Stuhl, hinter dem Haus, mit dem Bild vom Strand im Sperrmüll. So sitzt er kurzerhand allein und bedrückt da, bis nach und nach alle seine Freunde zurückkommen.

Ein Bilderbuch, welches in Erinnerung bleibt. Dabei sind die zart colorierten Zeichnungen so simpel wie ausdrucksstark gezeichnet. Der Deutungsraum, der hier entsteht, kann mit viel eigener Vorstellungskraft gefüllt werden und lässt die Geschichte lebendiger werden als es manche detailreiche Bebilderung vermag. Denn Fantasie braucht nicht viel, um zum Leben erweckt zu werden. Manchmal braucht sie nur ein altes Bild auf der Straße von einem Sonnenuntergang. Die Illustration ist im seitenfüllenden Comicstil gehalten und erzählt die Geschichte zum einen durch die Bildabfolge, zum anderen durch Lautbilder und wörtliche Rede in Sprechblasen. Diese comicartige Gestaltung ist besonders für Kinder im Schulalter sehr ansprechend. Die Leserinnen und Leser müssen die Handlungsabläufe selbst deuten und werden so aktiv in den Erzählprozess eingebunden.

Es dreht sich alles um das Erlebnis Lesen und Fantasie, aber auch um Verschiedenheit, gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis. Denn der Held dieser Geschichte ist ruhig, sensibel und zurückhaltend. Diese Eigenschaften sind es, die ihn unauffällig erscheinen lassen und ihm das Leben manchmal erschweren, die aber ebenso eine hohe soziale Intelligenz bedeuten. Das wird durch die Beliebtheit, welche der sympathische, stille Albert genießt, sehr deutlich.

Ich finde es hervorragend, dass ein introvertiertes, sozial eingebundenes Kind in den Mittelpunkt gerückt wird und Beachtung findet, weil gerade stille Kinder zu oft übersehen werden. Besonders beeindruckt, dass die Grundeinstellung der Geschichte auf Verständnis und Rücksichtnahme fußt.
(Jana Berten, Niedersachsen)
[18gast 18 Niedersachsen]
  
       

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