AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

9391 aktuelle Rezensionen, weitere 74090 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Jägerfeld, Jenny,     
Titel:
Comedy Queen
ISBN:
978-3-8251-5189-8  
Übersetzer:
Kicherer, Birgitta
Originalsprache:
Schwedisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
248
Verlag:
Urachhaus, Stuttgart
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
17,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Nach dem Selbstmord ihrer Mutter erstellt Sasha eine Liste mit Aktivitäten, die sie davon abhalten soll, wie ihre Mutter zu werden. Der wichtigste Punkt: Comedy-Queen werden und die Leute zum Lachen bringen. Sashas Perspektive verbindet Humor mit Trauer und lädt Leserinnen und Leser zum Mitfühlen ein.
[18gast 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Sterben / Tod / Komik / Humor / Familie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Sasha ist dreizehn Jahre alt und hat erst kürzlich ihre Mutter verloren, die sich aufgrund einer Depression das Leben genommen hat. Doch Sasha will nicht um ihre Mutter weinen, viel lieber möchte sie „funny bones“ haben, wie ihre Mutter die angeborene Fähigkeit zur Komik nannte, und Menschen zum Lachen bringen. Deshalb erstellt sie insgeheim eine Liste mit Dingen, die sie tun muss, um sich von ihrer Mutter zu unterscheiden. Der letzte Punkt auf dieser Liste: Sasha möchte als Stand-Up-Comedienne durchstarten und zur Comedy-Queen werden. Während Sasha ihre Liste abarbeitet, macht sich ihr Umfeld zunehmend Sorgen um sie, weil es Sashas Entscheidungen, zum Beispiel ihre plötzliche Weigerung Bücher zu lesen, ohne Kenntnis der Liste schwer nachvollziehen kann.

Die Themen Trauer und Verlusterfahrung werden von einer sympathischen Protagonistin verkörpert, die mit ihrer Stärke und Willenskraft imponiert. Denn Sasha ist wild entschlossen, nicht an ihrem Verlust zu zerbrechen und ihr Leben stattdessen mit Humor zu meistern. Die Leserinnen und Leser begleiten Sasha durch ihren Trauerprozess, wobei durch die Ich-Perspektive und den alltagssprachlichen Wortschatz eine Direktheit erzeugt wird, die emotional berührt. Dass Sasha Comedienne werden will und die Leserinnen und Leser an der Entwicklung ihrer Witze teilhaben lässt, verleiht dem Roman trotz der schwierigen Thematik eine gewisse Leichtigkeit. So kann man über viele Passagen schmunzeln, während andere Textstellen einem die Tränen in die Augen treiben:
„Ich lege mich auf die Seite und kauere mich zu einem kleinen Ball zusammen. Wimmernd bringe ich hervor: »Ich… ich werde nie wieder zu irgendjemand Mama sagen dürfen.«“ (S. 216)

Die liebevolle Unterstützung, die Sasha von ihrer besten Freundin Metti, ihrem Vater Abbe und ihrem Onkel Ossi sowie der Psychologin Linn erhält, trägt zu einer hoffnungsverheißenden Grundstimmung bei. Obwohl das Umfeld Sashas Verhalten nicht immer versteht, ist sie mit ihrer Trauer nie allein. Besonders berührend sind die in den ansonsten chronologischen Erzählverlauf eingebundenen Rückblenden, in denen Sasha sich an ihre Mutter erinnert. Diese Rückblenden untermalen den Trauerprozess der Protagonistin, indem negative Emotionen wie Wut und Verständnislosigkeit ebenso ihren Platz haben, wie Liebe und Sehnsucht.

Für den Unterricht ist das Buch geeignet. Es ist jedoch zu beachten, dass es allein durch die polarisierende Thematik viel Gesprächsbedarf erzeugen kann, dem im Unterricht unbedingt ausreichend Zeit zugestanden werden sollte. Für die Behandlung von Themen wie Tod und Trauer ist es sehr empfehlenswert, da es einen möglichen Trauerprozess sehr realitätsnah abbildet, ohne eine durchgehend melancholische Atmosphäre zu erzeugen. (Justine Waibel, Niedersachsen)
[18gast 18 Niedersachsen]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.