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Autor:
Stark, Ulf,     
Titel:
Als ich die Pflaumen des Riesen klaute
ISBN:
978-3-8251-5222-2  
Übersetzer:
Kicherer, Birgitta
Originalsprache:
Schwedisch
Illustrator:
Kehn, Regina
Seitenanzahl:
96
Verlag:
Urachhaus, Stuttgart
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Nicht weit entfernt von Ulfs Haus wohnt ein "Riese", der Oskarsson heißt. Ulf und sein Freund Bernt finden ihn unheimlich, laut und lebensgefährlich. Aber wenn Ulfs Mama Klavier spielt, sieht Oskarsson verträumt und zufrieden aus und gar nicht mehr beängstigend.
Doch eines Tages hört Ulfs Mama auf, Klavier zu spielen und Bernt fordert von Ulf als Mutprobe und Freundschaftsbeweis, dass er sich in den Garten des Riesen wagt ...
[FrSch 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Familie / Freundschaft / Musik
       
Anmerkungen:
Die Originalausgabe erschien 2017 in Stockholm.
Ulf Stark (1944 - 2017) war einer der beliebtesten schwedischen Schriftsteller und Drehbuchautoren. Für seine Kinderbücher erhielt er viele Preise.
       
Beurteilungstext:
"Als ich die Pflaumen des Riesen klaute" ist das letzte Buch des großen schwedischen Kinderbuchautors. Es berührt kleine und große Leser(innen) durch seine besondere Erzählweise, die zugleich ernst, komisch, spannend und liebevoll ist, und seine menschlichen, kindgemäßen Themen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Ich-Erzähler Ulf (der autobiografische Züge aufweist) und sein altkluger Freund Bernt, neben dem sich Ulf immer ein bisschen dumm fühlt. "Es ist gar nicht schön, wenn man sich dumm vorkommt. Schließlich will jeder in irgendetwas gut sein." Die beiden lieben Abenteuer und wenn sie sich ein bisschen gruseln wollen, nähern sie sich dem Haus von Oskarsson.

Eine wichtige, sehr positiv besetzte Rolle spielt auch Ulfs Mutter, die alles für die Familie tut, ohne sich zu beklagen. Sie stellt nur zwei Bedingungen: Jeden Abend zwanzig Minuten ungestört Klavier spielen dürfen und jedes Wochenende einen freien Nachmittag, um in die "Einsamkeit" (eine Hütte im Wald) zu radeln.
Die Mutter ist auch diejenige, die den Riesen durch ihr Klavierspiel "zähmt". Der Riese ist derjenige, auf dessen Hilfe Ulf und Bernt angewiesen sind, damit Ulfs Mutter zu sich selbst findet und das Familienleben wieder ins Lot kommt.
Und Oskarsson ist am Ende kein lebensgefährlicher Riese mehr, sondern einfach nur ein sehr großer Mann. Ulf und Bernt müssen sich neue Abenteuer suchen.

Die Themen des Buches berühren durch ihre Menschlichkeit: Freundschaft, Familie, Liebe, Vertrauen, Einsamkeit (positiv und negativ) ... Ulfs Mutter antwortet, als sie gefragt wird, was sie in ihrer Hütte im Wald tut: "Ich sitze nur da und finde zu mir selbst. Jeder Mensch hat das Recht auf ein paar Stunden Einsamkeit." Aber man kann auch zu viel Einsamkeit abbekommen, so wie der Riese Oskarsson, findet Ulf. Er sieht immer einsam aus. "Einsam und wütend. Vom Einsamsein wird man wütend", erklärte Bernt ...

Treffend illustriert mit Bildern in Rot- und Blautönen von Regina Kehn und sehr zu empfehlen zum Vorlesen ab etwa 6 Jahren, zum Selberlesen ab 8 Jahren! Auch als Klassenlektüre im 3./4. Schuljahr geeignet.
[FrSch 18 Niedersachsen]
  
       

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