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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Rahlens, Holly-Jane,     
Titel:
Das Rätsel von Ainsley Castle
ISBN:
978-3-499-21747-0  
Übersetzer:
Münch, Bettina
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
320
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
rowohlt rotfuchs
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
"Das Rätsel von Ainsley Castle" beinhaltet ein Doppelgängerproblem, spielt mit den Ebenen Realität und Fiktionalität, gekonnt verknüpft mit einer zarten Liebesgeschichte, märchenhaft-magischen Elementen, einigen Thrilleraspekten, romantischer Naturdarstellung und modernen IT-Elementen; insgesamt ein lesenswertes Kompendium.
[KS 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / fantastisch / märchenhaft / Computer / Literatur
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Lizzy, die etwa 14-jährige Ich-Erzählerin, ist mit ihrem Vater gerade auf eine kleine Insel im Norden Schottlands umgezogen. Ihre Mutter starb, als sie 3 Jahre alt war. Nun wohnen sie in dem prächtigen Hotel Ainsley Castle, dessen Besitzerin und ihr Vater zu heiraten beabsichtigen, wobei Lizzy ihre zukünftige Stiefmutter wenig sympathisch findet und ihr immer schroff begegnet.

Gleich zu Beginn leidet Lizzy unter Albträumen und hat beim Aufstehen Schwindelgefühle, erhält dann anonyme E-Mails, die den Inhalt ihrer Albträume und ihre Befindlichkeit genau wiedergeben, darauf neue E-Mails, die ihre aktuellen Gedanken wiedergeben und schließlich solche, die Situationen beschreiben, die sie erst in naher Zukunft erlebt. Sie möchte den Absender dieser Mails ausfindig machen und erfährt dabei Unterstützung durch Mack, einem etwa gleichaltrigen Jungen aus der Nachbarschaft, ein Computerprofi und Nerd, der zudem als Hilfskellner im Hotel arbeitet.

Die Verwirrung steigert sich, als Lizzy eine Doppelgängerin in ihrem Zimmer vorfindet: "Ich sehe sie an. Und sie sieht mich an. Sie sieht aus wie ich. Und ich sehe aus wie sie. Sie ist ich, und ich bin sie." (112)

Bei der Suche nach einer logischen Erklärung gehen die drei, Lizzys Doppelgängerin heißt Betty, gemeinsam vor und stellen zunächst fest: "Die E-Mails. Irgendwie hören sie sich an wie... wie ein Buch." (131) Und der rationale Mack vermutet, dass beide Mädchen aus verschiedenen Geschichten stammen oder Varianten derselben Geschichte sind. Und dann eröffnet die routinierte Autorin Holly-Jane Rahlens den LeserInnen eine poetologische Aufklärung. Sie macht deutlich, dass die in der nahen Burgruine logierende Autorin, die für die Unterhaltung der Hotelgäste engagiert ist, als allwissende Erzählerin Lizzy und Betty wie auch das übrige Romanpersonal erfunden hat, dieses also fiktional erschaffen wurde. Andererseits beginnt das Personal aber auch, ein Eigenleben zu entwickeln. Da sie aber mit Lizzy eine personale Erzählperspektive einnimmt, hat die Autorin auf das übrige Personal sowieso weniger Einfluss.

In der Folge häufen sich abenteuerlichste Begebenheiten und magische Elemente, bis es Lizzy mit Hilfe ihrer beiden Freunde gelingt, der Autorin den Laptop zu entwenden, in der ihre Geschichte festgehelten ist, so dass diese keinen Einfluss mehr über das fiktionale Personal hat, dieses sich nunmehr eigenständig entwickeln kann.

Dies alles ist verwirrend und spannend erzählt bis hin zum Happy End und eine ansprechende Lektüre für zeitgenössische LeserInnen.

Dass die poetologischen Ausführungen der Autorin Holly-Jane Rahlens bezüglich der literarischen Fiktionalität keiner logischen Analyse standhalten, schränkt die Leseempfehlung nur minimal ein!
[KS 18 Niedersachsen]
  
       

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