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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Grimm, Jacob/Grimm, Wilhelm,     
Titel:
Die Bremer Stadtmusikanten
ISBN:
978-3-85581-578-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Pacheco, Gabriel
Seitenanzahl:
36
Verlag:
Bohem Press, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
19,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn, vier vom Leben gezeichnete Kreaturen, begeben sich auf den Weg nach Bremen, um Stadtmusikant zu werden. Unterwegs rasten sie im Wald und proben den Aufstand.
Die Illustrationen setzen ganz eigene Akzente.
[SiK 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
6 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Alter / fantastisch / märchenhaft / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Originaltext von Jacob und Wilhelm Grimm stammt aus dem Jahr 1819. Hier liegt eine Adaption von 1857 vor.

Bekanntermaßen macht sich ein Esel auf den Weg nach Bremen, nachdem er für seinen Herrn untauglich wurde. Er will Stadtmusikant werden. Unterwegs trifft er einen alten Hund, eine alte Katze und einen Hahn, allesamt von ihrem Zuhause aus unterschiedlichen Gründen geflohen. Er ermuntert sie, mit ihm zu kommen und ebenfalls als Stadtmusikant zu wirken.
Es folgt nächtens die Räuberhausszenerie, bei der sich die Tiere übereinander vor dem Fenster aufstellen: Esel, Hund, Katze, Hahn. Sie krakeelen und schlagen die Räuber in die Flucht. Danach lassen sie es sich schmecken.
Einen zurückgekehrten Räuber verschrecken sie nachhaltig. Fortan lassen es sich die Freunde dort im Haus gut gehen.

Allesamt in einer prekären Situation, suchen und finden sie Lösungswege.
„Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ So motiviert der Esel mitzukommen.
Der mexikanische Illustrator Gabriel Pacheco, der Szenografie studierte, gestaltet das Märchen surreal. Einiges erinnert an Marc Chagall. Viele Illustrationen ähneln Bühnenbildern.
Die Tiere sind alle offensichtlich beeinträchtigt. Die Beine des Esels sind bandagiert wie auch ein Ohr des Hundes. Der Katze tanzen die Mäuse auf dem Regenschirm und treiben sich in ihrer Nähe herum, der Hahn benötigt eine Brille. Ohnehin sind sie auf Gehstützen angewiesen.

Die Jacken von Esel, Hund und einiger Gegenstände in Primärfarben sind augenfällig. Das Räuberhaus ist beispielsweise als eine einfache rote Hütte mit blauen Fensterläden, blauer Tür und Schornstein gestaltet.
Drei Räuber schauen wegen des Tumults der Tiere aus dem Fenster. Drei Kreaturen, weiß gewandet, mit Masken der Commedia dell´Arte verkleidet. Furchterregend und bizarr zugleich, wenn auf folgenden Seiten ihre Ringelstümpfe sichtbar werden. Die Flucht der Räuber wird nicht illustriert.

Sind die Hintergründe sonst in Grautönen gemalt, ist die Szene der behaglichen Atmosphäre zur Nachtruhe in der Hütte mit rotem Hintergrund und weißer Schrift gestaltet. Esel und Hahn tragen karierte Nachtmützen.
Einer der Räuber erlebt dann eine gräuliche Szene in der Hütte. Gegenstände wirbeln durch die Luft. Er wird von den Tieren attackiert, sein Gewand und die Ringelstrümpfe sind zerrissen. Der Räuber flieht panisch und trifft danach im Wald auf seine Kumpanen, beworfen von Stützen und Allerlei, völlig außer sich. In dem düsteren Szenario leuchten die roten Wangen der Räuber, rote Ringelstrümpfe und eine rote Gehhilfe. Die drei Räuber sind konsterniert.

Auf der letzten Doppelseite musizieren die vier Tiere fröhlich miteinander. Wie im Märchen spielt der Esel die Laute, der Hund die Pauke. Die Katze sehen wir mit Akkordeon, der Hahn singt.
Bandagen und Gehstütze bewegen sich rhythmisch im kahlen Baum, auch ein Staubwedel. Nicht mehr nötig! Die Noten der Protagonisten werden dorthin und darüber hinaus geweht. „Musik liegt in der Luft.“
Der kleingedruckte Textblock ist in die doppelseitigen Bilder integriert.
Auffällig ist die Coverseite mit Leinenstruktur. Der Titel ist vertikal im Prägedruck gestaltet. Die Stadtmusikanten sind vielfarbig mit ihren Instrumenten übereinander gruppiert.

Für die Bücherkiste „Märchen“ im dritten Jahrgang ist das Bilderbuch empfehlenswert; auch zum Vorlesen und Betrachten ist es geeignet. In der Sekundarstufe wird das Interesse am Märchen durch die außergewöhnlichen Illustrationen geweckt. Besonders Erwachsene erfreuen sich an der Gestaltung.
[SiK 18 Niedersachsen]
  
       

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