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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Fritsche, Dora,     
Titel:
Immer das olle Gekritzel
ISBN:
978-3-421222-30-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Fritsche, Dora
Seitenanzahl:
96
Verlag:
isb, Oldenburg
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
9,80 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Die Geschichtsinsel einer Frau um 1950 plus-minus 20 Jahre wird mit Hilfe von über 50 (Brief-) Karten beleuchtet.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Unsere Zeit ist schnelllebig Die Wissensabstände werden kürzer und mit ihnen die Abstände des Vergessens und Behaltens. Die digitale Welt zeigt das Tempo, gibt es vielleicht gar vor. Man muss nur noch Weniges wissen, weil auf viel mehr und genauere Information fast überall zugreifbar bar.
Da kommt ein Buch, dessen skizzenhafte Bilder und Illustrationen sehr an die von Heinrich Zille erinnern, das einen individuellen kleinen Ausschnitt aus einem ebensolchen Bereich aufzeigt.
Im Vorwort schreiben die beiden Herausgeber*innen, dass es sich um Familienkorrespondenz handelt. Die eine lebt in der DDR, ist längst enttäuscht vom "real existierenden Sozialismus" im Kleinen. Der Zeitraum von ca. 1950 bis 1990 umfasst fast ein ganzes Leben, hauptsächlich nur in kurzen Antworten der Autorin an die Schwägerin, die Dora Fritsche in der Anrede "Hildemaus" o. ä. nennt, in der Adresse geändert aber fast abenteuerlich: Hillikarte, Haldegardt, Pillegart. usw..
Von "Korrespondenz" zu sprechen ist übertrieben, denn wir sehen / lesen fast nur Doras Antworten. Oft genug ist der Dank eines Pakets vom Westen in die DDR zum Inhalt oder eine leichte Wehmut über die wirtschaftliche Überlegenheit des einen Deutschlands vor dem anderen.

Die Bilder sind ausschließlich als Linie und leicht gefärbte Fläche auf DIN A6 Papiere,, wahrscheinlich kartoniert, gestaltete Karikaturen und zeigen inhaltlich die Autorin selbst, die sich nicht zu schade ist, sich ganz und gar nicht vorteilhaft zu skizzieren: klein und korpulent mit großem Busen und noch mächtigerem Gesäßteil, die Kopfhaare ungewaschen und ungekämmt, eine enorme große und dicke Nase, zu kurzer Pullover, der Teile des Bauches freilegt und das Unterhemd sichtbar macht. Und ztotz allem: sehr sympathisch!

Ein kleines Sittengemälde ist entstanden, das bereits heute nur mit Mühe zu unserer "direkten" Geschichte gehört. Ohne solche Inseln der Geschichte "von unten" wird sie bald nicht mehr verständlich sein. Das wäre schade.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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