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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Klaaßen, Anke & Drescher, Daniela,     
Titel:
Das Nebelmännle vom Bodensee
ISBN:
978-3-8251-5214-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Drescher, Daniela
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Urachhaus, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Zur Gier gesellt sich ein Leben, das die Natur nicht als Teil des eigenen Lebens anerkennt. Als es der Ritter zu weit treibt, fliehen die Wesen aus seiner Umgebung. Doch schon bald schickt eine unerklärliche Sehnsucht den Ritter fort aus der Burg, hinein in die Welt. Traumhafte und sehr stimmungsvolle Illustrationen zeigen dem Text die entsprechenden Gefühle dabei.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die Geschichte ist nicht einfach nur eine weitere Sage, weitererzählt von Generation zu Generation, sie ist auch herausragend niedergeschrieben. Anke Klaaßen erfindet sehr schöne und Sinn stiftende Wörter: Die Frau des Ritters ist wolkenschön, mit der man echosammeln kann. Sie hat grasgrünes Haar und sie fragt einen Besucher nach seinem Begehr, während die Nebel über die Weinreben wabern, Wassernymphen und Wellenkugler spielen.
Zu den beiden Hauptpersonen gehört der gierige Ritter, der seinen Wein immer weiter verbessern und die Menge der Lese vergrößern will. Alles, was diesem Ziel im Weg steht, wird verboten oder bekämpft. Dazu gehört auch die andere, die Person des Titels, die es offensichtlich schon seit Jahrhunderten gibt. Sie ist klein, mit langen, weißen und störrischen (Bart-) Haaren, hat eine riesige Nase und ebensolche Ohren. Es ist das Nebelmännle, das zum Bodensee gehört und am liebsten im Nebel erscheint, der übers stille Wasser zieht und den Wesen des Wassers Raum gibt.
Es kommt, wie es kommen muss. Der strahlende Ritter verengt seinen Blick, schaut nurmehr durch die schmalen Schlitze seines Helmes auf seine Weinberge und vertreibt letztlich das Nebelmännle. Klar, dass der Ritter geläutert wird und ihn eine "unerklärliche Sehnsucht" in die Welt treibt.

So gut und voller Stimmung erzählt, so geheimnisvoll und tiefgründig illustriert. Daniela Drescher zeichnet verschwommene Konturen, Bilder, die nicht fertig erscheinen oder Platz lassen für den Text in der Illustration oder an seinen Rändern. Vor der Nebellandschaft platziert sie Pflanzenteile, die ob des Hintergrundes fast schwarz erscheinen. Umso heller leuchten die weißen Perlen aus Tautropfen, die zum Teil Ketten zwischen den Gräsern Bildern und uns auf die kleinen farbigen Insekten hinweisen.
Einen kleinen Zusatz bilden die Bilder auf dem Vorsatz, zeigen sie doch einige schwimmenden Fische, an denen sich das Nebelmännlein spitzbübisch unter Wasser festhält, die aber ansonsten mit der Geschichte nichts zu tun haben.

Insgesamt ist die Erzählung auch in Norddeutschland als Vorlesebuch zum Unterrichtsgegenstand "Sage" sehr zu empfehlen, die Möglichkeit, die Illustrationen in kleinen Gruppen anzuschauen, könnte als Belohnung an anderer Stelle genutzt werden.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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