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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Konstantinov, Vitali,     
Titel:
Es steht geschrieben. Von der Keilschrift zum Emoji
ISBN:
978-3-8369-5943-8  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Konstantinov, Vitali
Seitenanzahl:
80
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
25,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Das Buch ist eine gelungene Mischung von Sach- und Bilderbuch in Comicart. In Zeiten, in denen sich einige Kinder fast ausschließlich mit Emojis schriftlich verständigen, ist es sogar ein wichtiges Buch. Erworbene Kulturtechniken sollten nicht leichtfertig verlernt werden. Wenn - wie hier - Humor im Spiel ist, macht Lernen noch mehr Spaß.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
8 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In den ganz frühen Zeiten lernte auch der Mensch zu überleben, weil seine lebenden Vorfahren oder andere Menschen es vormachten und er die Erfahrungen abschaute. Laute und später ausgefeilte Sprache unterstützten das Lernen. Mit Hilfe von erstarrter Sprache in irgendeiner Form wurde dieser Vorgang in Schrift kodiert. Wer dekodieren konnte, muss nichts über den Verfasser wissen. Das Wissen, das sich in der Sprache mitteilen ließ, muss als Schrift auf zeitliche wie räumliche Distanzen keine Rücksicht nehmen.
Soweit die Vorbemerkung, denn Gegenstand des hervorragend recherchierten Buchinhalts ist die weitere Entwicklung der Schrift: "Von der Keilschrift zum Emoji", wie es im Untertitel heißt. Insgesamt wird der Inhalt in drei Kapitel plus einen fünfseitigen Anhang gegliedert (Sprechen-Zeichnen-Schreiben / Erste Schriften der Welt / Schriften-Schöpfer), die 6-17-15 Unterkapitel haben.
Interessanterweise nutzt der Autor vor allem das Bild als Transportmittel, Buchstaben lediglich, um Abgebildetes weiter zu verdeutlichen. Dabei entstehen comicähnliche Bilder, in denen neben den Schrift- und Bildzeichen auch Menschen eine Rolle spielen - und sei es, um die eventuell zu trocken werdende Wiedergabe des Wissens aufzulockern: Die Katze auf dem Arm des Maya-Wissenschaftlers Knorosow darf "Mayau" maunzen, die Quellen der japanischen Schriftzeichen darf ein Mädchen vermitteln, die aus einem Manga entflohen sein könnte, der ägyptische Steinmetz, der mit großem Holzhammer und Beitel Schwerarbeit leistet, trägt seine Anstrengung im Gesicht.
Das letzte Unterkapitel beschäftigt sich mit künstlichen Schriften und Sprachen, die zu Literatur und/oder Filme etc. erfunden wurde. Dazu gehört die "Littarae Ignotae" der Hildegard von Bingen ebenso wie J.R.R. Tolkiens "Schriften in Mittelerde" oder "Klingonisch" aus Star Trek.

Die vielen Informationen können selbstverständlich kein reines Sachbuch ersetzen, und das ist auch nicht beabsichtigt. Die Form der Darstellung des Themas und die jeweilige Kürze der Inhalte halten auch junge LeserInnen bei Thema, obwohl nicht mit Informationen gegeizt wird. Dem Comicfan wird ein wenig Wissen untergeschoben und Neugier geweckt, der Geschichtsinteressierte wird eine nicht rein chronologisch sortierte Entwicklung auffordern, das für ihn zu machen, dem kleinen Geographen wie dem Religionsneugierigen werden entsprechende Häppchen angeboten.

Kindern ab 8 Jahren kann das Buch gern als "Zusatzfutter" zum Unterrichtsstoff angeboten werden.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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