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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Mauguin. Marc,     
Titel:
Die Wartenden. 12 Kurzgeschichten zu Bildern von Edward Hopper
ISBN:
978-3-7725-3012-8  
Übersetzer:
Unewissen, Cordula
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
192
Verlag:
Freies Geistesleben, Stuttgart
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Oktaven
Jahr:
2019
Preis:
23,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
12 ausgewählte Bilder des Künstlers Edward Hopper (erste Hälfte des 20. Jahrhunderts; USA) erhalten eine Art von Interpretation und/oder Beschreibung, Erfindung in je eigenständigen Geschichten.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die Bilder von Edward Hopper sind verstörend, weil sie die Wirklichkeit so abbilden, als wären sie ausgedacht, erfunden in einen Raum, in dem das Leben angehalten ist, ohne Eis eingefroren, normal und doch kühl. Am bekanntesten ist sicher sein "Nighthawks" Bild, weil es diverse Anlehnungsbilder anderer Künstler davon gibt. Hier aber beschränkt sich der Autor auf Bilder, die mit Cape Code irgendwie in Verbindung gebracht werden (können), sei es über ihren Inhalt oder ihren Titel.
Die Erzählungen beginnen immer mit dem Abdruck des Bildes - alle im Querformat auf einer längsformatigen Seite, oft sind Frauen als Person im Fokus, die Blickrichtung von allen Menschen ist auffällig nach rechts gerichtet. Das ist die der Sehnsucht, des Schreibens, des Fortgehens, also ein Widerspruch des Inhalts zum Format.

Der Autor spricht im Text mit den Menschen auf den Bildern oder er redet für sie. Das liest sich eher als eine Bild-Interpretation anstatt einer Anregung, eine ganz eigene Geschichte zuzulassen, zu erfinden. Damit werden die Geschichten langatmig und kommen an die Grenze zur Langweiligkeit. Es gibt keine Aufregung, eher wird die jeweilige Geschichte ebenso still erzählt wie es die Bilder vorgeben.
Der Tenor der Texte ist eher pessimistisch. Das geht von einer Testamentseröffnung und einem Ehebetrug in der ersten Nacht bis zum Voyeurismus.
Wer Hopper und seine Bilder nicht kennt, wird sicherlich auch durch die Texte neugierig, ob sich ähnliche Gefühle / Geschichten im Kopf einstellen. Wer Bilder von Hopper kennt, wird eher enttäuscht, denn die zwölf ausgewählten "Cape Code" Bilder sind nur eine Nuance in seinem Werk. Um auf alle neugierig zu machen, dienen sie allerdings allemal - Text wie Bild.
Selbstverständlich gibt es einen Anhang mit Informationen zu den Bildern wie einer kurzen Vita von Edward Hopper.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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