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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Tetzner, Birge,     
Titel:
Fred am Tell Halaf. Abenteuer bei den Beduinen CD
ISBN:
978-3-9819200-2-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
74
Verlag:
Ultramar, Berlin
Gattung:
Fachliteratur
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
13,90 €   CD/DVD-ROM / Software
       
Inhalt:
"Die Skulpturen [...] stehen für [...] Zerstörung und Wiederaufbau von Kulturgütern." Das erfährt Fred, weil er bei den Ausgrabungen seines Vaters am Tell Halaf in Syrien teilnehmen darf (und weil er dort Sayid trifft). Ein wichtiges Thema, sehr eindrucksvoll in Sprache und Geräusche gebracht.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
8 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Beduine Naher Osten Geschichte
       
Anmerkungen:
überarbeitete Ausgabe, gelesen von Harry Kühn u. a.
       
Beurteilungstext:
Das überarbeitete Hörspiel handelt von Archäologen und einer alten Zeit in Syrien. Da es zur heutigen Zeit ziemlich unwahrscheinlich sein dürfte, eine Expedition aus Deutschland in eine Gegend zu schicken, die durch den Bürgerkrieg mit wechselnden politisch motovierten Gruppen, mit Bomben und Raketen und vielfältigen ausländischen Interessen, die hier eine Rolle spielen (wollen), hat die Autorin und Produzentin Birge Tetzner den Focus ganz anders gelegt.
Einerseits war es ihr offensichtlich ein Anliegen, Syrien nicht nur als Kriegsschauplatz wahrzunehmen, sondern vielmehr als Ort, an dem viel Kultur - auch für uns - entstand. Andererseits ist das Konstrukt "Fred" so konzipiert, dass wir uns mit diesem Jungen in sehr unterschiedliche Orte so einfühlen können, als wären wir selbst dabei.
Die Grundkonzeption ist: Freds Vater ist Archäologe mit sehr unterschiedlichen Aufträgen. Sein Sohn Fred ist bei diversen Unternehmungen mit dabei und gerät jeweils in eine Zeitfalle, nimmt also mit etwa gleichaltrigen Kindern durch einen Zeitkorridor Kontakt auf. Dabei erlebt und fühlt er wie seine neuen Freunde, ohne seine eigene Identität zu verbergen. Von Mal zu Mal kann er somit nicht nur helfen, sondern auch seinen Vater mit seinem Wissen überraschen, das er zwar gerade erst selbst erwarb, ihn aber wohl wahrscheinlich sein Lebtag begleiten wird.

Hier ist die Sache durch die komplizierten aktuellen Verhältnisse schwieriger, und so gibt es einen weiteren Fokus, nämlich auf Baron Max von Oppenheim. Das ist/war ein studierter Jurist mit Geld, der archäologisch im Nahen Osten interessiert war und vor mehr als 100 Jahren versuchte, unwiederbringliche Schätze zu bergen, zu retten. Die Bombardierung der Lagerhalle in Berlin zerstörte die Skulpturen in 27000 Fragmente. Eine Restaurierung erschien unmöglich, fand aber 2011 dennoch mit starker finanzieller Unterstützung der Nachfahren des Barons statt und somit hoffentlich ein letztes Ende dieser Aufgabe.

Für die Darstellung der 12 Kapitel der CD werden acht Sprecher und ein Geräusche Macher genannt - und der ist wichtig, um den Inhalten die jeweils nötige Lebendigkeit zu geben. Und, weil wir gerade beim Booklet sind: Es ist offensichtlich mit viel Liebe und Engagement entstanden, deutlich an die Erwachsenen gerichtet und ein wichtiger Teil dieser 2. überarbeiteten Ausgabe. Schön, wenn es so etwas schon früher gegeben hätte.

P.S. Tell heißt übrigens Hügel und meint hier einen, der durch Hausbau, Verlassen und erneutem Bau etc. entstand. Wie in einer Lasagne (ein schöner Vergleich aus dem Hörspiel) ist dort Schicht um Schicht entstanden, die man wieder abtragen und den jeweiligen Lebensweisen zuordnen kann - hier allerdings ist nicht der Vergleich mit einer Nudelspeise gemeint.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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