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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Jenkins, Martin & Frost, Tom,     
Titel:
Ein Atlas der bedrohten Arten. Seltene Tiere
ISBN:
978-3-522-45902-0  
Übersetzer:
Naumann, Ebi
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Frost, Tom
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Thienemann, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
20,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
In der Form einer Briefmarkensammlung werden 30 Tiere aus den vielen anderen herausgehoben, die in Gefahr geraten, auszusterben. Ein "Na und?" bleibt spätestens im Hals stecken, wenn man das Vorwort gelesen hat. Und die 30 folgenden Tiere sind leider wohl leider auch nicht viel mehr als ein "Vorwort" in unserer Zeit.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
99 - 0 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
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Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Buchumschlag fühlt sich nicht zuletzt durch die geprägten Buchstaben sehr angenehm an. Das ist nicht ganz unwichtig, wirkt doch oftmals ein falsches Titelbild verbreitungshemmend für ein recht oder sogar ganz gutes Buch. Das ist also der erste Pluspunkt für dieses.
Dann kommt eine Idee dazu, sich die Welt in Briefmarken deutlich zu machen, eine Idee, die mit der Digitalisierung von Nachrichten immer mehr an Bedeutung verliert. Wahrscheinlich ist es die Großeltern-Generation, die Briefmarken von den Umschlägen im Wasserbad oder -dampf vorsichtig löste, sie sogar unter Papier bügelte und in ein Album steckte, das entsprechende schmalen Folien dafür bereit hielt. Einige Menschen (vor allem Jungen) sammelten Reihen, andere sortierten nach Themen.
Hier haben wir 60 Tierarten auf Briefmarken versammelt, die vom Aussterben bedroht sind. Die Wandertaube, so ist im Vorwort zu lesen, war um 1800 die am weitest verbreitete Vogelart Nordamerikas. Gut 100 Jahre später starb die letzte.
Das erschreckt.
Wir können überhaupt nicht voraussehen, was das Aussterben auch nur einer Tierart für den Menschen bedeutet. Für die Natur ist es eventuell nicht wichtig, denn sie braucht den Menschen nicht. Er allerdings kann gegen oder sogar ohne sie nicht weiter existieren. Das Buch ist ein einziger Aufruf, sich diese Situation klar zu machen (Motto: Warum starben eigentlich die Dinosaurier aus?) - nicht mit Wucht, aber mit Nadelstichen, wie es auch Briefmarken sind, klein, aber pieksig.

Es beginnt mit einer 90 Yen Briefmarke aus Japan, die den Mandschureikranich zeigt, groß auf der rechten Bildseite gezeichnet und abgedruckt. Auf der linken gibt es einen illustrierten Informationstext, der sowohl die Gewohnheiten wie die Überlebenschancen benennt. Auch diese sind im gezackten Rahmen einer Briefmarke eingefasst.
So geht es kunterbunt durch die Welt, über den Eisbären aus der 85-Cent-Briefmarke und der 450-Colones aus Costa Rica bis zu der 800-Franc Marke aus dem Kongo (Congo), die das Okapi beleuchtet.
Insgesamt sind es 30 Tiere, auf die hier in je gleichem Format fokussiert wird. Ideal also, um das Buch auszustellen und in Abständen umzublättern. Das gilt sowohl für öffentliche wie für Schulbibliotheken. Dass das Buch außerdem jede Menge Material für die Fächer wie Biologie und Politik oder Ethik liefert, versteht sich von selbst.

Gute Idee, hervorragend umgesetzt, informativ und auch mit deutlichem Plus zu den Illustrationen - viel mehr kann ein Buch der Kinder- und Jugendliteratur nicht liefern.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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