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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Pacovská, Kvéta,     
Titel:
Die Nimmtes-Nimmtes Frau
ISBN:
978-3-86566-331-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Pacovská, Kvéta
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Minedition, Bargteheide
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
45,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die Nimmtes-Nimmtes Frau probiert immer zuerst das Große, entscheidet sich dann aber doch für das Kleine. Das ist überhaupt kein Fehler und lehrt eine gute Lebensweise. Daneben findet Kvéta Pakovská noch eine ganz andere Wendung. Die Bilder sind gewohnt verstörend, ungewohnt für Neuleser, vertraut den anderen.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
8 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Bilder von Kvéta Pacovská mag man oder man kann mit ihnen gar nichts anfangen. Sie bleibt sich treu, schaut nicht nach Gefälligkeit oder Anpassung, sie interpretiert für sich, entwickelt eine eigene Geschichte durch die Anordnung von Schnipseln, die sie selbst erstellte und/oder selbst gestaltete. Rot ist ihre Farbe, grelles Rot vor oder auf tiefem Schwarz. Die anderen Farben sind Beiwerk, lösen die Strenge ein wenig auf. Dort sieht man auch Pinselstrich wie zusätzlich Geklebtes in der Komplementärfarbe Grün, aber auch in schwachem Schwarz.
Text findet man in zwei Darstellungsformen. Einerseits gibt es die Bildform, serifenlose Schrift in schwarz auf weißen Rechtecken, in die Bilder geklebt, erzählender Text in Lücken der Bilder, dennoch aber gestaltet durch die Leserichtung. Sowie der Titel auftritt, nimmt er auch die gezeichnete Struktur an.

Zusätzlich aufwändig wird das Buch durch (wenige) Pop-ups oder Diffraktionsfolien, die konterkarierend von gescannten Bildern aus Notiz- oder Skizzenbücher begleitet werden.

Kvéta Pacovská ist Jahrgang 1928, wird also zum Zeitpunkt des Veröffentlichungsjahres 90 Jahre alt. Ein Geschenk des Verlags, eine Hommage an ihr Werk. Mit Recht. Von ihr ist es eine Art von Erinnerung an ihre Kindheit mit vielen Verweisen, die wir nicht alle zu deuten wissen. Sie fordert zu Beginn auf: "Was man tun muss, um in dieses Buch hineinzukommen? Man muss den passenden silbernen Schlüssel für die kleine Tür finden." Wir sind es gewohnt, Kirchen durch riesige Türen zu betreten, zu sehen, wie die Großen der Welt sich genau so zu inszenieren wissen. Pacovská bietet die kleine Tür an, die man auch noch suchen muss. Wer nicht bereit ist, sich auf die Suche zu machen, sollte um dieses Buch einen großen Bogen machen. Für alle anderen, die ebenfalls auf der Suche nach dem Sinn hinter den Dingen sind, öffnen sich Welten - und wenn es die eigenen sind, die sich durch das Buch an die Oberfläche drängen.

Gut, das ist (auch) kein Bilderbuch für kleine Kinder, aber das kann jeder selbst schnell feststellen. Wer sich dafür entscheidet, hat sicher keinen Fehler gemacht.
Ach ja, vielen Dank für die vielen tollen Bücher von Ihnen, Frau Pacovská!

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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