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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Rinke, Claudia,     
Titel:
Die Braut. Radikal verliebt
ISBN:
978-3-522-50590-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
272
Verlag:
Thienemann, Stuttgart
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
12,00 €   Taschenbuch
       
Inhalt:
Die 15-jährige Anna rutscht langsam in islamistische Kreise, weil sie sich von ihrer „normalen“ Umwelt nicht verstanden fühlt. Über das Internet lernt sie einen IS-Kämpfer aus Syrien kennen und verliebt sich in ihn. Auf sein Zureden hin macht sie sich heimlich auf die Reise nach Syrien.
[ake 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen / Freundschaft / Gefühle / Liebe / Religion
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Anna erzählt ihre Geschichte. Später, als sie zum Islam konvertiert ist, wird sie Aisha genannt. Man kann sich gut in die Gefühlswelt der 15-Jährigen einfühlen (Vater vor einem halben Jahr an Krebs gestorben, Mutter muss diesen Tod selbst verarbeiten, kann sich nicht so um Anna kümmern). Die/der Lesende erlebt, wie sie ganz langsam in den „richtigen“ Islam „rutscht“. Erst neugierig, holt sie sich Infos über YouTube. Dann meldet sich Abu Salman über WhatsApp. Sie verliebt sich in sein Profilbild. Als sie skypen, können sie in den direkten Dialog treten. Die/der Lesende staunt, wie Abu Salman mit seinen Komplimenten, seinem Verstehen und seinen „richtigen“ Antworten auf ihre Probleme Anna einlullt. Er fordert immer mehr, dass sie eine gute Muslima wird.

Man erlebt, wie Anna erst ihren Kopf mit einem weißen Schal bedeckt und sich dann immer weiter steigert bis hin zur Vollverschleierung. Ihre Freundin Kayla aus Algerien, selbst Muslima, aber eher der westlichen Welt zugetan, erklärt ihr den Islam und den Koran. Sie berichtet, dass es auch Splittergruppen im Islam gibt und warnt Anna vor den Steinzeit-Islamisten. Doch da ist Anna schon längst in den Fängen der Islamisten. Von Abu Salman erzählt Anna niemandem, auch Kayla nicht.

Der Einband zeigt eine Frau mit Niqab. Aus dem Schwarzen sieht man nur die blauen Augen und einen Teil der weißen Stirn. Eigentlich nicht sehr ansprechend; nur wenn man sich sehr für den Islam interessiert, wird man zu dem Buch greifen. Jedoch ist man von der ersten bis zur letzten Seite von der Geschichte gefangen und legt das Buch nicht wieder weg. Behutsam und doch spannend wird die/der Lesende auf die gefährliche Reise Annas in den Islam mitgenommen.

Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile: Im Netz, Allah Girl und Die Reise. Die Kapitel sind nicht lang und mit einer sehr kurzen Überschrift versehen, die vom vorher Gelesenen her Sinn und weiterhin neugierig machen. Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung.

Ein Inhaltsverzeichnis gibt es nicht. Auf der letzten Seite stehen Internet-Adressen von Beratungsstellen zur Deradikalisierung.

Das Buch lässt sich gut im Unterricht einsetzen. Man bekommt kleine Einblicke in den Koran, die Koranschule, den gelebten Islam in Deutschland und im Kalifat und wie man Minderjährige für den Heiligen Krieg anheuert.
[ake 18 Niedersachsen]
  
       

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