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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
guojing,     
Titel:
Allein
ISBN:
978-3-946593-02-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
guojing
Seitenanzahl:
112
Verlag:
Jacoby & Stuart, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2016
Preis:
19,95 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Eine ungewöhnliche Geschichte aus dem ‚heutigen' China in Form eines Comics erzählt: Ein kleines Mädchen macht sich auf den Weg, die Oma zu besuchen. Als die Eltern nach Hause kommen, liegt da nur ein Zettel. Das Kind ist fort, aber nicht bei der Oma angekommen.
[uhb Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die Bleistift- bzw. Kohlebilder sind ganz zart mit Sepia gefärbt und in einer comicartigen Collage so aneinandergefügt, dass das Auge sich der neuen Bildgestaltungsform immer wieder neu anpassen muss. Die Abstandsstege zwischen den Bildern erleichtern bereits Dreijährigen, die Chronologie und die Bedeutung der Geschichte aufzunehmen, denn sie hat keine Worte (bis auf einen Text auf einem Zettel: "Bin zu Oma gefahren").
Die Geschichte spielt in China zur Zeit der Ein-Kind-Politik der 1980er Jahre. Sie ist angelehnt an die eigene Erfahrung der Illustratorin. Beide Elternteile müssen arbeiten, die Großeltern werden oft als Babysitter eingespannt, aber manchmal müssen selbst kleine Kinder allein zu Haus bleiben. Hier ist es ein kleines Mädchen. Es ist früher Morgen, die Mutter verabschiedet sich gerade von ihrem noch schläfrigen Kind. Nur sehr ungern geht sie aus dem Haus, das Kind bleibt vor der gerade geschlossenen Tür stehen. Wir haben ein ganzseitiges Bild. Die nächste Seite - nach dem Umblättern - nimmt dagegen zwölf Einzelbilder auf, die zeigen, wie sich das Kind die Zeit vertreibt. Beim Betrachten der Fotos im Album kommt ihm offensichtlich eine Idee: Ich besuche Oma, ich weiß doch, dass man mit dem Bus dorthin fahren kann! Schnell angezogen, gekämmt, aus dem Sparschwein etwas Geld entnommen, den Regenschirm gegriffen und hinaus in den schmutzig-weißen Schnee der engen Wohnsiedlung mit den rauchenden Schornsteinen der Industrie im Hintergrund. Niemand kümmert sich um das Kind, im Gedränge schafft sie es in den Bus - und schläft ein. Als sie wach wird, ist sie allein und verlässt schnell das Fahrzeug. Sie ist allein. Mitten im Wald. Die Tränen werden zur Panik, aber genau da passiert Merkwürdiges. Ein Hirsch fordert sie offensichtlich auf, ihm zu folgen. Eine lange traumhafte Episode folgt.

Das Kind ist nur anhand der ersten Bilder als Mädchen erkennbar. Sie ist leicht pummelig, die dichten schwarzen Haare lassen die Ohren frei. Ihre Arme sind noch viel zu kurz, als dass sie als Schulkind durchginge. Nase und Augen sind kleine schwarze Punkte, der Mund nur selten etwas größer. Die Bilder vermeiden allzu starke Kontraste und Konturen, ausgenommen, wenn starkes Licht in den Bildern dargestellt wird.
Sie kommt deutlich gestärkt aus ihrem Abenteuer hervor - so wie die Illustratorin im Vorwort als Sechsjährige eine ähnliche, selbst erlebte Situation schildert: "... wie einfach es ist, sich zu verirren, aber ich weiß auch, dass es immer einen Weg gibt, wenn ich nur lange genug suche ..." Das gilt sicher nicht nur für diese Geschichte.

[uhb Niedersachsen]
  
       

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