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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Neuffer, Susanne    
Titel:
In diesem Jahr der letzte Gast
ISBN:
978-3-87512-474-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Kuschel, Yvonne
Seitenanzahl:
162
Verlag:
Maro, Augsburg
Gattung:
Erzählungen
Reihe:
Jahr:
2016
Preis:
18,00 €   Buch: Taschenbuch
       
Inhalt:
22 Kurzgeschichten in bestem Sinn des Wortes. Auch wenn wenig geschrieben, Weniges gesprochen wird, Ort und Zeitraum eng begrenzt sind, geradlinig und chronologisch beschrieben wird, beeindrucken alle Geschichten. Die Illustrationen, die beim farbfrei gedruckt wurden, beleben, brechen Bedrückendes auf durch helle Wege und Fenster.
[uhb Niedersachsen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Es sind 14 ganzseitige Illustrationen, die die Geschichten begleiten, die oft nur 6 Seiten lang sind, allerdings eng gedruckt und wenig lesefreundlich für Menschen, die ihre Brille vergaßen. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, der sogar ein bisschen weit hergeholt ist. Die Geschichten selbst sind ausgesprochen beeindruckend.
In der Titelerzählung, die auch als erste gedruckt ist, werden wir hineingeworfen in eine einsame Berghütte, wahrscheinlich irgendwo in den Alpen. Der Winter ist nah, die Schneestangen an den Wegen sind gesetzt. Kurztouristen steigen noch aus den Reisebussen für die Aussicht und/oder ein Getränk. Ein Dauergast bleibt bis zuletzt, scheint die Unruhe des Betreibers und des erzählenden Studenten als Hilfskraft nicht zu bemerken. Der Pensionist ist genügsam, redet kaum, nimmt an Nahrung und Getränken, was man ihm serviert. Ob er auf jemanden wartet, ist nicht erkennbar. Woher er kommt, weiß man nicht. Dort oben an der Hütte ist es die Weite, die die Menschen suchen, diese unendliche Weite - und die Nichtlandschaft.
Die Ortswechsel sind krass. Vom lettischen Geiger, der - vielleicht - auf dem Zebrastreifen überfahren wurde, geht es in einer Bahnfahrt zum Polarkreis zu einem Menschen, der sich fremde Fototaschen in den Geschäften aneignet, zu Menschen, die Lebensmittel für die ‚Tafel' einsammeln, in ein Walmuseum und in ein Altenheim.
22 Orte, 22 Situationen. Allen gemein ist die fast emotionslose Sprache, die uns umso mehr die Gefühle der handelnden Personen begreifbar machen. Kurze Momentaufnahmen aus immer wieder fremden Welten, die doch alle nicht weit von uns weg ihren Platz haben.
Als Schul- oder Klassenlektüre ist das Buch nicht geeignet, einzelne Geschichten jedoch sehr. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit durch den Verlag / die Autorin Susanne Neuffer, eine oder einzelne Geschichten für den Unterricht (ab 8./9. Klasse) zugänglich zu machen. Lehrkräfte sollten sich nicht scheuen, beim Verlag anzufragen. Es lohnt sich.

[uhb Niedersachsen]
  
       

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