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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Fuchs, Dieter R.    
Titel:
Der Tanz der Häsin
ISBN:
978-3-944788-34-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
208
Verlag:
Fabulus Verlag , Fellbach
Gattung:
Erzählung
Reihe:
Jahr:
2015
Preis:
19,95 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Sandra, eine junge Kunsthistorikerin, ändert von einem Tag auf den anderen radikal ihr Leben. Während ihrer Recherchen über den Einfluss japanischer Kunst auf Franz Marc und Carl Fabergé dringt sie nicht nur tief in die Welt der faszinierenden Mythen vor, sondern findet für sich selbst eine zukunftsweisende Neuorientierung.
[Fee Niedersachsen]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Arbeitswelt Bildende Kunst Frau, junge
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Kurz vor der Fertigstellung ihrer Dissertation hat Sandra eine große Sinnkrise. Sie braucht ein selbstgesetztes Ziel, einen neuen Energieschub und neues Selbstvertrauen. So kommt sie nicht nur zu einer neuen Frisur, sondern sie vertieft sich in die Recherche zum Einfluss der japanischen Kunst auf Marc und Fabergé. Besonders die Figur der Häsin, -ein japanisches Kleinod, eine Netsuke (Gürtelschnalle-, führt sie auch zurück in die eigene Familiengeschichte. Diese Zwittergestalt fasziniert über die Zeit hinweg die Betrachter.
Die Geschichte wird in drei Erzählsträngen erzählt. Sandras Recherche findet in der Gegenwart statt. Sie beginnt auch eine Liebesgeschichte mit einem Rollstuhlfahrer, einem Kunstkenner und anregenden Gesprächspartner.
Franz Marcs Geschichte führt gut 100 Jahre in die Vergangenheit. Auch er kannte wie andere Mitglieder der Blauen Reiter die Netsuken, und der Einfluss dieser Kleinode auf seine Kunst ist wissenschaftlich belegt, wie im Nachwort nachgewiesen.
Der dritte Erzählstrang führt den Leser nach Sankt Petersburg vor gut 100 Jahren, denn Fabergé war bekennender Netsukensammler. Von dort führt die Spur nach London. Der Erste Weltkrieg beeinflusst die Lebensgeschichte der beiden Künstler sehr.
Die Häsin gibt es wirklich. Sie befindet sich im Besitz des Autors, der einen interessanten Lebenslauf hat.
Im Nachwort erfahren wir, was wissenschaftlich nachweisbar ist und was der Fantasie des Autors entspringt.
“Der Tanz der Häsin” ist ein ungewöhnlicher Lesestoff. Nicht nur kunsthistorisch Interessierte werden noch viele neue Einblicke in die Verwobenheit der Objekte über Zeit und Kontinente hinweg bekommen, auch die Mythen rund um die Häsin, die auch weltweit nachgewiesen werden können, sind hoch interessant.
Auch über den Zeppelineinsatz als Bomber über London habe ich zum Beispiel erstmalig bewusst gelesen.
Die drei Frauen verbindet, ohne dass sie es wissen, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die ihr Leben stark beeinflusst.
Beeindruckend ist auch die intensive Recherchearbeit der Protagonistin. Sie ist so gut beschrieben, dass die Lust zur eigenen Recherche per Internet über die im Buch genannten Inhalte entsteht, ein deutlicher Unterschied zur wissenschaftlichen Recherche.
Das Buch ist aufwendig aufgemacht und wird auch erwachsene Leser in den Bann ziehen.
Fazit: Ein außergewöhnlicher Lesestoff. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Nach der Lektüre möchte man mehr wissen zu den genannten Kunstgegenständen und Künstlern sowie zu einem Leben mit einer Querschnittlähmung.


[Fee Niedersachsen]
  
       

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