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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Naumann, Ebi,     
Titel:
Das rote Ding
ISBN:
978-3-8489-0158-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Herold, Heike
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Aladin, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
"Das rote Ding" ist ein gutes Buch über Vorstellungskraft, das glücklicherweise auch noch zum Mitmachen einlädt.
[Hese 17 Mecklenburg-Vorpommern]
       
Lesealter:
4 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fantasie / Reim / Vorstellungskraft / Wahrnehmung / Erkenntnis
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Im Park taucht etwas Rotes an der Oberfläche eines Teiches auf. Weil es nicht gänzlich auftaucht, ist nicht mit letzter Sicherheit zu erkennen, worum es sich bei dem Ding handelt - ein spielendes Mädchen stellt sich vor, dass da ein Wal schwimmt, ein Gärtner ein Blütenmeer, ein beistehender Musikant eine Kapelle. Letztlich verrät jede dieser Vorstellungen mehr über den Sehenden als über das Ding, das so bis zum Schluss zugleich nichts wie alles ist. Damit ist "Das rote Ding" zugleich ein Buch über Fantasie wie über die Bedeutung der individuellen Lebenswirklichkeit für unsere Alltagswahrnehmungen und -erkenntnisse.
In den Illustrationen von Heike Herold sind das Gesehene an Land und die Vorstellungen, was unter Wasser passiert, klar voneinander abgegrenzt. Glücklicherweise ist die Realität dabei nur skizzenhaft angedeutet; die Aufmerksamkeit gilt dem Fantasiereich unter Wasser, das in kräftigen Farben und aquarellartigem Stil gestaltet ist. Auf jeder Seite kommt eine Figur im Kreuzreim zum Sprechen und äußert eine Vermutung, was das rote Ding wohl sei. Dabei fehlt immer das letzte Wort des Reims, das durch die Lesenden gefunden werden muss. Diese kleinen Reim-Rätsel können mit Hilfe des unteren Teils der Seiten schon mit kleineren Kindern im Alter von vier oder fünf Jahren spielerisch gelöst werden, auf denen eben mal ein Wal und mal eine Blaskapelle abgebildet sind. Das eigentliche didaktische Potential des Buches ist aber darin zu sehen, dass die Identität des Objekts bis zum Ende ungeklärt bleibt und auf der letzten Seite sogar ein gelbes Ding als weiterer Schreibanlass auftaucht, was auch der Luftballonverkäufer eine Seite vorher ankündigt: „Ist auch das rote Ding verschwunden, glaub mir, das nächste wartet schon.“ Die erzählerische und zeichnerische Lust, mit der hier Neugier, Erkenntnisse und Wahrnehmungen nicht nur behandelt, sondern auch vorgeführt werden, ist beispielhaft und sorgt dafür, dass das Buch bis ungefähr zur sechsten Klasse als Gesprächsanlass über Vorstellungskraft, Wahrnehmung und Erkenntnis genutzt werden kann.
[Hese 17 Mecklenburg-Vorpommern]
  
       

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