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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Escoffier, Michael,     
Titel:
Der Nächste, bitte!
ISBN:
978-3-89565-403-9  
Übersetzer:
Weber, Markus
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Maudet, Matthieu
Seitenanzahl:
28
Verlag:
Moritz, Frankfurt
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
9,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Im Wartezimmer ist viel los: Eine bunte Truppe Tiere warten auf ihre Behandlung, die meisten lesen oder dösen. Der Doktor behandelt zunächst Krokodil und Elefant und als er dann den Nächsten ins Sprechzimmer bittet– es ist der Wolf – ist zwischenzeitlich schon etwas geschehen im Wartezimmer. Und dann passiert dem hilfsbereiten guten Doktor auch etwas…
[SRAn 16 Hessen]
       
Lesealter:
4 - 5 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krankheit / Gefühle / Komik / Humor
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ausgangspunkt dieser schwarzhumorigen Bilderzählung ist eine vertraut wirkende Wartezimmersituation, in der ein kleiner Doktor die Patienten nacheinander ins Sprechzimmer bittet. Sie erinnert an Jandls Text „Nächster sein“ und das von Norman Junge kongenial und wunderbar illustrierte Bilderbuch dazu.
Aber im Unterschied zu Jandls Text darf man in diesem Pappbilderbuch zum einen dem Doktor bei der Arbeit zusehen und zum anderen entwickelt der französische Autor Escoffier aus der zunächst so vertrauten Situation einen echten Thriller:
Der gutwillige und kluge Doktor fürchtet sich nicht vor seinen tierischen Patienten, untersucht das Krokodil und hilft ihm mit dem im riesigen Gebiss quersteckenden Stiel eines Lutschers und auch der riesige Elefant bekommt tatkräftige Hilfe für seinen verstopften Rüssel – das dort festsitzende Kaugummi bringt der Doktor zum Platzen. Dem aufmerksamen Betrachter ist mittlerweile schon aufgefallen, dass im Wartezimmer etwas ganz und gar nicht mehr stimmt: Denn fehlte zunächst nur der Hase, ist nun auch die Gans verschwunden – ein paar Federn fliegen herum, die Bücher liegen auf dem Boden und der Wolf hinter seiner Zeitung leckt sich gerade genüsslich das Maul. Was dann passiert, kann man ahnen, soll aber nicht verraten werden. Jedenfalls wacht jetzt endlich das Schaf auf und fällt fast vom Stuhl, als der nun sehr anders aussehende Doktor in der Tür steht und den Nächsten hereinruft.
Von Matthieu Maudet ist diese augenzwinkernd erzählte und mit dem klassischen Märchengenre (der böse Wolf) spielende Geschichte in übersichtlichen Bildern und atmosphärisch treffsicheren Szenen dargestellt. Und zugleich überzeugen die im Detail ausdrucksstarken Tierfiguren mit sehr menschlicher Mimik und Gestik: Das dösende Schaf, die in ihre Bücher vertieften Patienten, der hilfsbereite und zupackende Doktor und nicht zuletzt der dicker gewordene und angeblich von Bauchweh geplagte Wolf, dem man die Verfressenheit schon gleich ansieht.
Solche augenzwinkernd erzählten Geschichten wünscht man sich noch viel öfter für die jüngsten LeserInnen bzw. BilderbuchbetrachterInnen!
[SRAn 16 Hessen]
  
       

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