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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Hochleitner, Verena,     
Titel:
Der Schneeleopard
ISBN:
978-3-903081-89-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Hochleitner, Verena
Seitenanzahl:
46
Verlag:
Luftschacht, Wien
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
24,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein kleines Mädchen geht mit seinem Papa in den Park. Dort erlebt es die phantastischsten Abenteuer mit einem Schneeleoparden und dessen Freunden. Der Papa indes guckt ins Handy und bekommt von dem grandiosen Zirkusauftritt seiner Tochter, ihrem gefährlichen Sturz und der Rettung durch den Schneeleoparden nichts mit. Ein Buch, das wunderbar zu der von den Jugendämtern ins Leben gerufenen Aktion "Sprich mit mir" passt - ein Plädoyer, sich mehr mit seinen Kindern als mit dem Handy zu beschäftigen.
[Mar 16 Hessen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
kindliche Phantasie / Familie / fantastisch / märchenhaft
       
Anmerkungen:
Das Bilderbuch eignet sich besonders gut zum dialogischen Vorlesen, bei dem Vorlesende das Kind mit einbeziehen und es immer wieder selbst erzählen lassen, was zu sehen ist. Ganz viel von der Geschichte wird nur über die Bilder transportiert - da heißt es
       
Beurteilungstext:
An einem schönen Frühlingspark zieht es alle in den Park: Große und Kleine, skurrile Figuren mit Vogel- oder Pferdekopf, Kinder mit einem unsichtbaren Hund, Tauben, und viele mehr. Auch Maresa und ihr Papa sind auf dem Weg in den Park, und schon unterwegs sehen wir, dass das Handy beim Papa eine große Rolle spielt. Er erklärt seiner Tochter damit die ersten Frühlingsblumen, macht Fotos und ist in Kontakt zur Mama, die nicht mitgekommen ist. Es ist ein "normaler" Umgang mit den Handy, in dem sich viele der vorlesenden Eltern wiedererkennen dürften. Als Maresa zum Spielen auf die Wiese geht, bleibt der Papa sitzen, hört ihr aber aufmerksam zu, als sie wenig später von einer großen Katze erzählt, die sie im Schnee gefunden hat. Er bietet seiner Tochter etwas zu trinken aus einer Thermoskanne an und phantasiert mit ihr gemeinsam, was der Hut auf dem Kopf der Katze für eine Bedeutung haben könnte. Seine Idee, dass es sich um eine Zirkuskatze handeln könnte, ist richtig, stellt Maresa wenig später fest. Sie lädt ihren Papa ein, die Zirkusvorstellung zu besuchen, doch der will noch kurz telefonieren. So verpasst er die Kunststücke und die Vorstellung und den Sturz seiner Tochter von der Pyramide, ebenso wie die Rettungsaktion durch den Schneeleoparden, der Maresa im letzten Moment auffängt. Dafür sieht er, dass sie nur noch einen Schuh anhat und ihre Mütze nicht mehr auf ihrem Kopf ist. Mit Maresa auf den Schultern geht es wieder heim, zu trockenen Strümpfen und heißem Kakao.
Verena Hochleitner ist mit diesem Bilderbuch ein besonderes Kunststück gelungen: Ohne das Handy zu verdammen oder den Papa zu einer desinteressierten, lieblosen Figur zu degradieren, zeigt sie, dass auch dieses eigentlich ganz normale Miteinbeziehen des Handys den Papa viel verpassen lässt. Maresas Phantasie hingegen sprudelt: ihr Plüschhase, der (imaginäre) Schneeleopard, ein Schneehase, ein laufender und applaudierender Baum und viele mehr waren an diesem schönen Frühlingstag ihre Gefährten, und sie hat ein spannendes Abenteuer erlebt, das nur noch durch ein wenig mehr Aufmerksamkeit oder Interesse durch ihren Papa NOCH schöner hätte werden können.
In den Illustrationen ist unendlich viel mehr versteckt - besonders die Geschichte der beiden Kinder mit dem unsichtbaren Hund bringt zum lachen, als eine der Bilderbuchfiguren sich am Ende fragt, ob sie vielleicht in einen unsichtbaren Hundehaufen getreten ist. Auf dem Vor- und dem Nachsatz werden alle Figuren abgebildet und mit ihren (teils verrückten) Namen vorgestellt. Auf den wimmeligen Bildern, können wir nachverfolgen, was etwa der nasebohrende Niels Bohr, der Sportler Chlodwig oder die Hundebesitzerin Edith Zotterplotter machen. Sie zu entdecken und zu beschreiben, was sie machen, sind großartige kleine Sprechanlässe; das Bilderbuch ist damit sprachförderisch sehr gut einzusetzen.
So bietet das Buch einiges - und man kann es sich sehr oft angucken und wird dabei immer wieder etwas Neues entdecken.
[Mar 16 Hessen]
  
       

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