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Autor:
Rentta, Sharon,     
Titel:
Eisbärin Ella im Amazonas
ISBN:
978-3-8369-6063-2  
Übersetzer:
Flegler, Leena
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Rentta, Sharon
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eisbärin Ella will im Amazonas-Regenwald die Singende Orchidee suchen, von der ihr Opa erzählte. Opa Rudi war ein berühmter Pflanzenforscher. Doch was meinen Ellas Freunde? Das ist ja unmöglich!
[ilo 16 Hessen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Natur erforschen / Pflanzenwelt / Tierwelt / Arktis / Regenwald
       
Anmerkungen:
Einsatz in Kita, Vorschule, 1. Klasse als Vorlesebuch, intensive Betrachtung der Bilder,
möglich auch Rollenspiele zu einzelnen Situationen von Ellas Erlebnissen
       
Beurteilungstext:
Eisbärin Ella entdeckt in ihrer weißen Arktisumgebung eine kleine bunte Blume. Fasziniert von dieser Pflanze und ihren Farben, beschließt Ella, mehr über dieses sonderbare Gewächs herauszufinden. Unterstützt wird sie von ihrem Opa, der früher ein berühmter Biologe war und Ella von den Pflanzen im Amazonasdschungel und besonders von einer seltenen Blume erzählt, die er jahrelang dort gesucht hatte.
Das ist schon mal Motivation genug für Ella und fortan steht ihr Entschluss fest: Sie will dorthin, wo es Pflanzen gibt und sie will diese Singende Orchidee finden. Für eine Eisbärin ist so eine Expedition natürlich ein waghalsiges Unternehmen. Wie kann Ella, die nur arktische Kälte und Schnee gewohnt ist, überhaupt im heißen, feuchten Regenwald überleben?
Selbst die teils spöttischen, teils mahnenden Kommentare der Polartiere können Ella nicht zurückhalten. Schneehase Hoppel hilft ihr noch beim Packen. Dann zieht Ella los. Was dann im Amazonas-Regenwald folgt, ist eine wahre Explosion der Farben und Eindrücke für die Eisbärin. Aber allen Gefahren und Widrigkeiten zum Trotz gibt Ella nicht auf.

Sharon Rentta ließ sich zu dieser Bilderbuchgeschichte von drei berühmten Pflanzenforscherinnen inspirieren: Ynés Mexía, Marianne North und Jeanne Baret, die jede für sich ihrer Zeit weit voraus waren und auf weltweiten Expeditionen mit ihren botanischen Forschungen unzählige bis dahin unbekannte Pflanzen dokumentierten. Im Anhang des Bilderbuchs listet Sharon Rentta als kleine Hommage die Kurzbiografien dieser Naturforscherinnen auf.
Diese drei Pflanzenforscherinnen dienen als role model für die Figur der Eisbärin Ella. Sie ist neugierig, wissbegierig und bereit, sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen. Beachtenswert ist auch, dass die Protagonistin ganz bewusst ein Forschungsabenteuer eingeht, dass sie selbst aktiv wird und trotz Kritik und Spott der übrigen Polartiere ihr Ziel verfolgt und nicht aufgibt. Sharon Rentta hat die Protagonistin Ella nicht als Figur ausgestattet, die mehr oder weniger versehentlich in ein Abenteuer gerät, sondern ein klares Ziel vor Augen hat, das sie erreichen will. Obwohl es für die Eisbärin aus der Arktis mühsam und gefährlich wird, sich im feucht-heißen Klima des Amazonas-Dschungels zurechtzufinden. Die Geschichte ist für Kinder nachvollziehbar und mit detailreichen Bildern versehen.
Spannend illustriert sind dazu Ellas Erlebnisse, sich in diesem völlig konträren Regenwaldklima zu behaupten. In die Illustration gehen Ellas eifrig notierte Tagebuchnotizen ein. Bei der ganzen bildnerischen Gestaltung macht sich vorteilhaft bemerkbar, dass die Autorin das Bilderbuch selber illustriert. Witzige und detailreiche Darstellungen verstärken den positiven Eindruck. Bei den beschwingten Illustrationen, meist über die ganze Doppelseite, gibt es immer etwas zu entdecken, kleine Details findet man überall. Sehr deutlich ist der Unterschied herausgearbeitet zwischen den bläulich-weißen Polarfarben und der üppigen Farbenpracht des Dschungels.
Eine gelungene bildliche und textliche Gegenüberstellung ist auch Ellas Dialog mit dem Schneehasen Hoppel über das notwendige Gepäck für Ellas Expedition.
Zum Schluss verrät Sharon Rentta – damit eine gewisse Authentizität der Geschichte nicht zu kurz kommt – noch etwas: Die Singende Orchidee ist kein Fantasieprodukt, sondern Realität!
Diese Bilderbuchgeschichte will zeigen, dass es sich lohnt, wissbegierig zu sein, auch mal völlig anderen, ungewöhnlichen Themen nachzugehen, Dinge zu erforschen, sich etwas zuzutrauen und - obwohl es Leute geben mag, die davon abraten oder sich gar darüber lustig machen – selbstbewusst ein Ziel zu verfolgen.
[ilo 16 Hessen]
  
       

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