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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Poppe, Grit,     
Titel:
Alice Littlebird
ISBN:
978-3-7795-0632-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
240
Verlag:
Peter Hammer, Wuppertal
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die Geschichte handelt von den Residental Schools für die Kinder der „first nations“ in Kanada, die Ende des 19. Jhs. gegründet wurden, um die Kinder der Ureinwohner so umzuerziehen, dass sie ihre indianische Identität verlieren. Sie wurden ihren Eltern zwangsweise weggenommen. In einer solchen Schule muss die Hauptperson, Alice Littlebird, ein junges Mädchen aus dem Volk der Cree, unter den unmenschlichen Erziehungsmethoden der Nonnen und eines Paters leiden. Die mit hohen Zäunen abgeschlossenen Lager sind wie ein Gefängnis, in dem im Teil für Jungen ihr Bruder lebt. Die schrecklichen Bedingungen, die den Indianerkindern ihre Eigenständigkeit rauben sollen, führen dazu, dass einige Kinder es nicht mehr aushalten und fliehen.
[PM 16 Hessen]
       
Lesealter:
10 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Rassismus / Geschichte / Fremde Kulturen / Gewalt
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Alice Littlebird hat im Umerziehungs-Camp für Mädchen keinen Namen mehr, sondern ist nur eine Nr. 47. Die Mädchen dürfen ihre Sprache nicht mehr sprechen, sondern nur noch Englisch. Sie sind ihrer Kleider beraubt und tragen Einheitskleidung. Sie sollen lernen, sich wie weiße katholische Kinder zu benehmen. Ihr eigenständiger Wille soll gebrochen werden. Sie sind auch streng von ihren Geschwistern getrennt. Nicht einmal ihren Bruder Terry, der im Jungentrakt der Schule lebt, darf Alice sehen. Halten sich die Kinder nicht an die strengen Regeln, wenn sie etwa in ihrer Sprache reden, drohen ihnen drastische Strafen durch die strengen Nonnen.
Die Sehnsucht, diesem Leben zu entfliehen, wächst in den Geschwistern und ihr Bruder Terry entwickelt einen Fluchtplan. Mit einem Boot können sie über den großen Black Lake See fliehen und stranden auf einer Insel. Als Terry zurückfährt, um ein Unglück mit dem Boot vorzutäuschen, wird er gefasst und zurück ins Camp gebracht. Alice bleibt zunächst allein zurück und muss mit einfachen Mitteln überleben. Als sie von einem schwarzen Panther bedroht wird, rettet sie Shirley, die Wochen vorher geflohen war und als tot galt. Die beiden Mädchen versuchen zusammen zu überleben, während Terry im Camp hart bestraft wird und auf der Krankenstation einen anderen Jungen kennen lernt, der durch Verbrennungen schwer verletzt ist.
Eindringlich schildert Poppe die schrecklichen Mechanismen zur Umerziehung in der Black Lake Residential School aus der Sicht der Hauptperson und ihrem etwas älteren Bruder. Sehr spannend werden auch die Flucht und das Überleben auf der einsamen Insel geschildert.
In einem Nachwort erklärt die Autorin, dass sie die Zustände in den Umerziehungscamps, die erst 1996 offiziell geschlossen wurden, sehr genau recherchiert hat.
[PM 16 Hessen]
  
       

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