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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Baltscheit, Martin,     
Titel:
Am Anfang war das Ding
ISBN:
978-3-903081-41-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Hattinger, Theresa
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Luftschacht Verlag, Wien
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
24,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eines Tages flattert ein merkwürdiges gelbes Ding am Baum. Die Tiere der Savanne wundern sich und grübeln: Was hat es damit wohl auf sich? Ist es ein Zeichen des Himmels, wie der Kranich meint, oder muss das Nashorn die Tiere vor der Gefahr beschützen? Die Flamingos huldigen dem Ding und geben ihr bestes Futter her.
Schließlich aber entwickelt sich ein Kampf, der zum gnadenlosen Krieg wird.
[SRAn 16 Hessen]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Ethik / Philosophie / Krieg / Religion
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Baltscheit und Hattinger gestalten mit diesem ungewöhnlichen und auf kostbarem Papier gedruckten Bilderbuch eine Fabel, die es in sich hat. Es geht schon los mit dem Titel, der eine vielsagende Anspielung auf die Schöpfungsgeschichte der Bibel darstellt. Hier ist es nicht das Wort oder die Schrift, die den Anfang machen, sondern ein profaner Plastikbeutel, der sich in den Zweigen des recht kahlen Baumes verheddert hat. Aber weil die Tiere so etwas noch nie gesehen haben, wundern sie sich und staunen. Ist es nun ein Zeichen des Himmels, das man anbeten oder dem man huldigen muss? Oder ist es doch eher eine Gefahr, vor der man beschützt werden muss durch das riesige und bedrohliche Nashorn? Nachdem die Raben zunächst Nutznießer der Spekulationen waren, geht es ihnen schließlich doch an den Kragen. Es entwickelt sich ein Kampf um das Futter und es entwickelt sich „ein schrecklicher Krieg“, bei dem bis auf das Nashorn niemand übriggeblieben ist.
Davon wie still und leer die Welt jetzt ist, liest man nicht nur im Text, sondern die nun folgenden Bilder veranschaulichen die bedrückende Leere um den Baum herum: „So strahlt der Himmel und beständig ändern die Wolken ihre Form. Sie wehen durch ein ewiges Universum.“
Keine ganz einfache Lehre kann man hieraus ziehen. Die Geschichte ist eine Kritik an Machtverhältnissen, denn sie offenbart, wie sehr Konflikte interessengeleitet sind und wie Bündnisse zum privaten Nutzen geschmiedet werden, die mit den autonomen Bedürfnissen des jeweils Anderen nichts zu tun haben. Die Fabel lehrt auch wie Verführung funktioniert und fordert zum Hinterfragen gängiger Interpretationen und Erklärungen über die Gesellschaft heraus.
Die Illustrationen mit kräftigen, satten Farben und klaren Formen ohne Schnickschnack unterstreichen und betonen den präzisen knappen Text.
Mutige Erwachsene mit der Bereitschaft auch ernste Themen klug und offen mit Kindern zu besprechen, finden in diesem Buch der beiden Künstler einen wichtigen Impuls über Dummheit und Klugheit und über Krieg und Frieden ins Gespräch zu kommen.
[SRAn 16 Hessen]
  
       

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