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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Haas, Susanne,     
Titel:
Ein Zuhause auf den Rücken
ISBN:
978-3-7022-3742-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Hsu, Ina
Seitenanzahl:
95
Verlag:
Tyrolia, Innsbruck
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Jani zieht mit seiner Familie von der Stadt aufs Land. Dort langweilt er sich und sehnt sich zurück in die Stadt. Doch dann tritt Chelo, die uralte Schildkröte, die sprechen kann, in sein Leben. Jani erhält einen Auftrag, den er erfüllen muss.
[MC 16 Hessen]
       
Lesealter:
10 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Heimat / Zuhause / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Jani ist 12 Jahre und lebt mit seiner Familie in einer Stadt. Regelmäßig bekommt er Post von seiner Oma. Doch eines Tages bleiben die Briefe aus, weil seine Oma von einer Wanderung nicht zurückgekommen ist. Alle glauben, dass sie tot sei und Janis Eltern ziehen aus der Stadt weg in Omas Haus. Dort findet Jani einen Brief seiner Oma an sich selbst. Darin vererbt sie ihm die Freundschaft zu einer uralten Schildkröte: Chelo, die sprechen kann. Sie beauftragt Jani, Chelos Herzenswunsch zu erfüllen und sie zu ihren heimatlichen Sümpfen jenseits der Grenze zu bringen. Jani hat sich bis zu diesem Zeitpunkt gelangweilt, die neue Umgebung nicht leiden können, doch jetzt mit diesem Auftrag kommt eine neue Anforderung in sein Leben, die ihn von den unangenehmen Gefühlen ablenkt. Er geht nun sehr häufig zum Weiher im Wald und besucht die Schildkröte und redet mit ihr. Und plant die Flucht in die Sümpfe... Doch seine häufigen Besuche am See bleiben nicht unbemerkt, bald kommt Henriette dazu und die beiden werden Freunde. Henriette mag ihre derzeitige Situation auch nicht, weil ihre Eltern sich dauernd streiten. Gemeinsam beschließen sie, die Schildkröte über die Grenze zu bringen. Um welche Grenze es sich handelt, bleibt offen. Die Grenze hat etwas Bedrohliches und es scheint nicht unproblematisch, sie zu passieren. Während ihrer Flucht treffen sie einen Obdachlosen und eine alte Dame, die nicht im Altersheim bleiben will. Die beiden begleiten die Kinder bei ihrer Unternehmung.
Das zentrale Thema des Buches ist Heimat. Die verschiedenen Protagonisten dieses Buches haben alle unterschiedliche Vorstellungen von Heimat und unterschiedliche Lebenssituationen, die nicht unbedingt der Definition von Heimat entsprechen. "Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt" könnte eine Definition sein. Keine der fünf Hauptpersonen fühlt sich in ihrer Situation wohl, hat also derzeit gerade keine Heimat. Die einzige, die hier diesem Begriff gerecht wird, ist Chelo, die Schildkröte, die in den Sümpfen ihre Heimat wieder findet. Die anderen müssen ihre eigenen Lebenssituationen erst zu ihrer Heimat machen. Die Autorin findet hier sehr einfühlsam einen Ausblick auf die verschiedenen Situationen, verpackt in eine schöne unaufgeregte und doch interessante Geschichte. Verstärkt wird der tiefe Charakter dieser Erzählung durch sehr schöne Zeichnungen, wenige kleine, einige großflächig oder doppelseitig.
[MC 16 Hessen]
  
       

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