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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Say, Allen,     
Titel:
Großvaters Reise
ISBN:
978-3-946986-02-7  
Übersetzer:
Bracklo, Gabriela
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Say, Allen
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Edition Bracklo, Gräfelfing
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
29,80 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Allen Say erzählt von seinem japanischen Großvater, der sich als junger Mann auf eine Reise in die USA begibt. Er erkundet die Städte und die beeindruckenden Landschaften, gründet eine Familie. Dann erinnert er sich an die Landschaften seiner Kindheit und reist wieder in seine alte Heimat Japan zurück. Aber die Sehnsucht nach dem anderen Land bleibt.
[SRAn 16 Hessen]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Fremde Kulturen / Geschichte
       
Anmerkungen:
Ein QR-Code führt zu einer Hör-Lesung des Buches durch den Autor im englischen Original.
       
Beurteilungstext:
„Großvaters Reise“ ist eine großartige Hommage des Fotografen und Künstlers Allen Say an seinen Großvater, der Japan als junger Mann verließ und lange Jahre in den USA lebte, bevor er wieder zurückkehrte. Der Enkel Allen Say tat es ihm gewissermaßen gleich: Mit 16 Jahren verließ er Japan und ging in die USA, wo er als Fotograf erfolgreich war.
Das Buch über seine interkulturelle Familiengeschichte – im bewegenden Hin und Her zwischen Japan und den USA – Anfang der 90er Jahre veröffentlicht, in vier Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, war der Beginn seines großen Erfolgs als Kinder- und Jugendbuchautor in den USA.
Nun ist das Buch in einer sehr schönen, leinengebundenen Ausgabe in der Edition Bracklo erschienen und der mittlerweile bereits 80jährige Say schreibt in einem PS, wie sehr es ihn ehrt und freut, dass „der Geist seines Großvaters eine neue Reise in Deutschland unternimmt“. Die Verlegerin Gabriela Bracklo hat bereits mehrere Bücher aus dem reichen Schatz von Say dem deutschen Publikum zugänglich gemacht, die japanische Motive und Geschichten zum Gegenstand haben und bereits mehrfach von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet wurden.
Was ist so besonders an Allen Says Kunst? Diese Frage beantwortet Thomas Linden in seiner Rezension des Buches für den Deutschlandfunk vom 26.1.2019 an einem Beispiel so: „Elektrisierend wirkt schon alleine jener Realismus, den Say über die Jahre perfektionierte. Der Fotograf Allen Say ist ein Illustrator, der mit der Genauigkeit einer Kamera zeichnet und aquarelliert und virtuos mit den beredten Aussagen der menschlichen Körpersprache umzugehen versteht. Man muss sich nur das erste Bild seines Buchs ansehen. Da sitzt ein stolzer junger Mann im Kimono gekleidet in einem Sessel und strahlt grenzenloses Selbstbewusstsein aus. Sein Blick ist fest, voller Tatkraft, eine Hand ist leicht zu einer Faust geschlossen. Wir haben jemanden vor uns, der vollkommen in sich ruht. Dieser junge Mann beschließt, Japan zu verlassen, um sich die Welt anzusehen.“
Jede Seite ein Bild wie ein Gemälde oder ein Foto, das den Großvater in familiären und öffentlichen Szenerien zwischen Weggehen und Ankommen in seinen beiden „Heimaten“ zeigt. Entschlossen und neugierig als junger Mann, nachdenklich als älterer und zwischen den beiden Welten pendelnd. Illustriert wird auch die Geschichte eines Migranten.
„Großvaters Reise“ kann uns vieles lehren, aber vor allem eines: Dass die Sehnsucht „nach Bergen und Flüssen der Kindheit“ und damit des „Zuhauseseins“ in uns selbst unstillbar ist und uns immer wieder zu neuen und zugleich vertrauten Ufern führt.
[SRAn 16 Hessen]
  
       

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