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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Hoch, Nora,     
Titel:
Das Salzwasserjahr
ISBN:
978-3-423-74061-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Heine, Annika
Seitenanzahl:
219
Verlag:
dtv, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,95 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Ein Austauschjahr in Australien. Alles soll sich ändern, findet Jannik, als er auf die andere Seite der Welt reist. Vor allem er selbst. Aber was kann sich überhaupt ändern, wenn man doch immer man selbst bleibt?
[est 15 Hamburg]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Australien / Auslandsjahr
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Auf dem Titelbild ein Junge, schlank und barfuß, er trägt ein Surfbrett auf dem Kopf. Im Hintergrund das Meer…

Janniks Ich-Erzählung beginnt mit Heimweh nach seiner Mutter und nach seinem besten Freund Levin, und mit Einsamkeit.
„Ich dachte daran, wir klein all unsere Streits von hier aus wirkten, Entfernung … ist schon eine spezielle Angelegenheit.“

Dann trifft er Sienna. Ein Mädchen aus seiner Klasse, das ihn sofort Nik tauft. Sienna, die mit dem Surfbrett aus dem Meer kommt, wie eine Wassernixe. Sienna, die Freundin von Liam und die Exfreundin von Niks Gastbruder Neil. Sienna, die Nik Wortgeschenke macht oder auch mal zwei Tage verschwindet. Sienna, für die Nik die Cookie-Krümel-Zeremonie erfindet, um sie nach dem Tod ihrer Großmutter zu trösten.
Eine Freundschaftsgeschichte, keine klassische Liebesgeschichte, eine Geschichte mit leisen Tönen, feinfühlig geschrieben. Der Debütroman von Nora Hoch hat eine ganz besondere Sprachmelodie, eine bilderreiche Sprache, mal poetisch, mal nachdenklich und mal witzig.
Der anfangs eher beobachtende Protagonist ergreift im Verlauf seines Auslandsjahres immer häufiger die Initiative und verändert nicht nur sich selbst, sondern stößt auch Veränderungen in seiner Gastfamilie an.

Die 28 kurzen Kapitel auf 219 Seiten lesen sich schnell. Linien auf jeder Seite lassen den Buchblock wie ein Schreibheft aussehen. Die zahlreichen Bleistiftzeichnungen von Annika Heine – eher ungewöhnlich für ein Jugendbuch – illustrieren, ergänzen und verdeutlichen den Text.

Niks Erzählung endet mit Fernweh. Nach seinem Gastbruder Neil und seinen Kumpeln Mike und Luke. Nach Beautiful, dem weisen Obdachlosen. Nach seiner gesamten Gastfamilie mit ihren ganz eigenen Problemen und vor allem nach dem rätselhaften Mädchen Sienna.

Doch warum das Surfbrett auf dem Titelblatt? Nik surft nicht, er beobachtet die Surfer am Strand oder schwimmt. “Wenn eine Welle heranrollte, drehten sie ihre Bretter in Richtung Strand und fingen an, aus Leibeskräften zu paddeln, so als sei jemand mit Gemüsesaft oder einer bissigen Dogge hinter ihnen her“, beschreibt Nik die Surfer.
Bis Sienna ihn am Abschiedsabend auf ihr Brett drängt und Nick ganz viel Salzwasser schluckt…

Nicht nur für Leser*innen, die von einem Auslandsjahr oder von Australien träumen, sondern ein All-Age-Roman, ausdrucksstark und atmosphärisch dicht geschrieben.
[est 15 Hamburg]
  
       

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