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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Franz, Cornelia,     
Titel:
Wie ich Einstein das Leben rettete
ISBN:
978-3-8369-6057-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Baan, Petra
Seitenanzahl:
191
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Drei Kinder aus dem beginnenden 21. Jahrhundert, die eine Schiffsreise über den Atlantik machen, finden sich plötzlich auf einem Auswandererschiff wieder, das 1913 von Hamburg nach New York unterwegs ist. Erst als sie erkennen, was ihre Aufgabe ist, und sie diese bewältigen, können sie zurück in ihre Zeit.
[G. Stenzel 15 Hamburg]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Freundschaft / Geschichte / Ungleichheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die zwölfjährige Emily, aus deren Perspektive wir das Abenteuer erleben, unternimmt die Reise im Jahr 2020, um ihren Geburtstag, den 29. 2., auf See zu feiern. Doch um Mitternacht findet sie sich plötzlich auf dem alten Auswandererschiff Emperator wieder, wo sie auf Lorenzo und Malik trifft, die zwar aus einem anderen Jahr kommen, aber auch in der Nacht ihres Schaltjahrgeburtstages in die Vergangenheit katapultiert wurden.
Die drei Kinder sind hilflos in der fremden Umgebung und müssen noch dazu mehrfach erleben, wie ein Feuer auf dem Schiff ausbricht und sie wie viele andere nicht an Land kommen, obwohl das Schiff bereits in New York angelegt hat. Durch Freundschaft mit Kindern der verschiedenen Passagierklassen, die wirklich im Jahr 1913 an Bord des Schiffes waren, nähern sich die drei in der Geschichte gestrandeten der Lösung des Problems an:
Sie als Schalttags-Geburtstagskinder sind in der Lage, in der Zeit zu reisen, und sie können deshalb, weil sie eine Situation bewusst immer wieder erleben, vorher überlegen, wie entweder das Feuer verhindert werden kann oder wie man den Menschen hilft, rechtzeitig von Bord zu gehen und somit zu überleben. Und unter den Passagieren ist auch Albert Einstein, der vielleicht oder wahrscheinlich etwas mit ihrer Zeitreise zu tun hat, auf jeden Fall aber dadurch gerettet wird, so erklärt sich der Titel.
Nachdem die drei sich und andere erfolgreich gerettet haben, gehen sie an Land und durchlaufen die Immigrationsprozeduren der damaligen Zeit, kommen bei der Arbeiterfamilie von ihrem neuen Freund Willi unter, die mit dem Schiff ausgewandert ist, haben Unterstützung durch Erna, die mit ihren Eltern in der Luxusklasse reist, und treffen auch Albert Einstein selbst. Sie erleben soziale Unruhen und Ungleichheit, haben aber auch kleine Einblicke in Einsteins Theorien und erleben seine Neugier, aber letztlich wollen sie doch zurück in ihre Zeit.
Natürlich gelangen sie wieder zurück: Lorenzo und Malik in das Jahr 2016, aus dem sie stammen, und Emily ins Jahr 2020, wo sie mit ihrem Vater Geburtstag feiert und ein seltsames Buch als besonderes Geschenk bekommt: "How I Saved Einstein's Life. An adventure story for everybody who still believes in miracles, by William Shoemaker. New York, 1940" - Willi Schuhmacher, der Berliner Arbeiterjunge, hat seine und ihre Abenteuer aufgeschrieben!
Die spannende Handlung mit ihren lebendigen Personenbeschreibungen macht das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre. Das fantastische Element der Zeitreise, gekoppelt mit dem "Murmeltier"-Motiv der Endlosschleife, macht die Begegnung der heutigen Kinder mit Menschen einer anderen Epoche möglich. Emily und die beiden anderen Zeitreisenden erleben eine gänzlich andere Umgebung und erfahren viel über Lebensweise und gesellschaftliche Bedingungen vor gut 100 Jahren. Die Autorin, die schon andere historische Jugendromane verfasst hat, baut die Handlung auf historischen Fakten und solider Recherche auf, nimmt sich aber auch die schriftstellerische Freiheit der Verdichtung und Kumulation. So ist die Emperator tatsächlich nur knapp einem katastrophalen Feuer entgangen, als sie in New York angelegt hatte, aber Einstein war nicht an Bord. Obwohl - wer weiß? In dieser Geschichte reist Einstein inkognito, weil er langweilige Dinner am Kapitänstisch vermeiden will.
Ein Anhang mit Belegen für Einstein-Zitate und Hinweisen zum historischen Hintergrund ergänzt die Erzählung.
[G. Stenzel 15 Hamburg]
  
       

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