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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Michaelis, Antonia,     
Titel:
Tankstellenchips
ISBN:
978-3-7891-0918-8  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
362
Verlag:
Oetinger, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
18,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Der Flüchtling Sean trifft zufällig auf das Heimkind Davy. Nachdem beide Zeuge eines Einbruchs werden, begeben sie sich auf eine Flucht, welche sie quer durch die Republik treibt.
[kst 15 Hamburg]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Flucht / Freundschaft / Familie / Jugend / Adoleszenz / Junge / Mann
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Shayan, genannt Sean, ist 18 Jahre alt und aus dem Iran geflüchtet. Zufällig lernt er Davy kennen, einen 8-jährigen, der von seinem Vater in einem Erziehungsheim untergebracht wurde. Beide werden Augenzeugen eines Einbruchs, bei dem der Hausbesitzer erschossen wird. Die Polizei verfolgt Sean als Tatverdächtigen; die Einbrecher verfolgen Davy, der etwas Wichtiges gestohlen hat. Und so startet ein Roadmovie von der Ostseeküste bis hin zur deutsch-österreichischen Grenze. Dabei treffen sie immer wieder auf Kühe, welche ihnen wie Schicksalsbegleiter auf der Reise begegnen.
Der Schutzumschlag zeigt eine Chipstüte, auf welcher eine Schlüsselszene des Buches abgebildet ist. Nimmt man den Umschlag ab, so sieht man die Chipstüte aufgerissen. Somit startet die Reise in die Geschichte und zeitgleich die Reise mit Sean und Davy.
Dabei ist nicht nur das Zusammentreffen der beiden Protagonisten ein großer Zufall. Während des gesamten Buches kommen immer wieder skurrile Zufälle zusammen, welche die Weiterreise der beiden ermöglichen. So nutzen sie als Transportmittel vom Moped bis zum Heißluftballon so ziemlich alles. Dies macht einen hohen Unterhaltungswert aus.
Berührend ist der Umgang der beiden ungleichen Freunde miteinander. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit hat sich ein festes Band zwischen beiden gebildet, welches von Ehrlichkeit und Loyalität geprägt ist. Dabei sind die Gründe für ihre Flucht ebenso unterschiedlich wie die beiden Charaktere selbst: Davy flüchtet aus dem Heim, Sean flüchtet vor seinem Abschiebebescheid, den er in einem Brief vermutet.
Der Untertitel „Ein Heldenepos“ spiegelt sich vor allem in Seans Kopfkino wider, das sich in Schlüsselszenen der Flucht einschaltet. Sean zeigt sich in seiner Rolle als Ich-Erzähler als aufmerksamer Beobachter, der die Gegebenheiten um ihn herum genau analysiert und dafür Gründe anführt, die einen zunächst schmunzeln lassen, aber von tiefer Hintergründigkeit geprägt sind. Dies trifft auch für Themen wie Krieg, Freiheit, Familie und Gesellschaft zu, welche humorvoll aufgedeckt werden. Ein spannender, locker erzählter Roman mit viel Einblick in die beiden Protagonisten und eine Welt, wie man sie im Alltag kaum noch wahrzunehmen vermag.
[kst 15 Hamburg]
  
       

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