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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Barroux,     
Titel:
Bin doch kein Angsthase
ISBN:
978-3-946972-36-5  
Übersetzer:
Illmann, Andreas
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Barroux
Seitenanzahl:
30
Verlag:
Schaltzeit, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein kleiner Junge hat vor nichts Angst - er ist doch kein Angsthase. Und warum? Weil er immer sein Kuscheltier dabei hat.
[gst 15 Hamburg]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Familie / Gefühle / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Auf jeweils zwei Doppelseiten begegnen wir dem Jungen und seinem Kuscheltier in verschiedenen für Kinder beängstigenden Situationen: im Straßenverkehr, im Schwimmbad auf dem Drei-Meter-Brett, im Supermarkt zwischen hohen Regalen, als er sich verlaufen hat, im Zoo beim Gehege eines brüllenden Löwen, im Meer, als etwas Unsichtbares ihn am Bein berührt, während eines Gewitters und nachts, wenn sich seltsame Schatten an der Wand bewegen. Mit rhetorischen Fragen zeigt der Junge immer wieder, warum er keine Angst hat. In direkter Leseransprache wiederholt sich formelhaft:
"Hab keine Angst. Weißt du, warum? Bin doch kein Angsthase! Hab' ja mein Kuscheltier dabei."
Zwischen der rhetorischen Frage und der Antwort "Bin doch kein Angsthase!" ist immer der Seitenumbruch, das heißt, die Kinder werden aufgefordert, tatsächlich auf die Frage zu antworten. Leichte Veränderungen machen diese Episodenkette spannend und fordern die zuhörenden Kinder auf, zu überlegen, wie sie es mit Angst und Kuscheltieren halten: "Mein Kuscheltier heißt übrigens Dudu. - Und deins?"

Ganz am Ende in der wirklich beängstigenden Situation nachts ist aber nicht das Kuscheltier die Lösung, sondern die Eltern sind es: "Hab aber keine Angst. Weißt du, warum? Weil Menschen, die mich lieb haben, immer für mich da sind, wenn ich sie brauche." Und der Junge liegt lächelnd zwischen seinen Eltern im Bett, das Kuscheltier fest im Arm, unzählige Bilderbücher, die wohl vorgelesen wurden, ums Bett verstreut.

Barroux zeichnet vereinfachend und trotzdem ausdrucksstark. Sein Stil erinnert an Karikaturen, aber die Gesamtgestaltung ist auch wie eine Reminiszenz an Roger Duvoisins Illustrationen zum modernen Klassiker "Der glückliche Löwe" seiner Frau Louise Fatio. Dies gilt insbesondere natürlich für die Doppelseiten im Zoo. Aber insgesamt scheint der feine Zeichenstil der Umrisszeichnungen und die sparsame Kolorierung in Ocker, warmem Rot und hellem Grau an Duvoisin orientiert, auch wenn vor allem im Ausdruck, in der Sichtbarmachung von Gefühlen Barroux intensiver und stärker ist und durch die Karikaturnähe auch komischer.

Barroux illustriert Kinder- und Bilderbücher ebenso wie verschiedene andere Medien. Er verfasst manche der Bücher selber, aber er illustriert auch viele Werke anderer Kinderbuchautoren.
[gst 15 Hamburg]
  
       

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