AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

6964 aktuelle Rezensionen, weitere 69772 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Simsa, Marko,     
Titel:
Das bunte Kamel. Eine musikalische Reise durch den Orient
ISBN:
978-3-8337-3887-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Wolfsgruber, Linda
Seitenanzahl:
30
Verlag:
Goya Lit bei Jumbo, Hamburg
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
20,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Kulturelle Vielfalt im Orient - Buch und CD zeigen Einblicke in Welten des Nahen Ostens, jenseits von Bürgerkrieg und Verfolgung. Lesende und Hörende erhalten Einblick in Alltägliches, Musik und fremde Sprachen.
[cja 15 Hamburg]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen / Flucht / Tiere
       
Anmerkungen:
Dem Buch ist eine CD beigelegt, auf der das Buch als Hörbuch mit vielen musikalischen Beispielen zu hören ist. Erzähler: Marko Simsa, Musiker: Marwan Abado, Salah Ammo, Amirkasra Zandian. Spieldauer: 53 Minuten
       
Beurteilungstext:
Vom Anliegen her ist dieses Bilderbuch eher ein Sachbuch: Es will über Kultur(en) in arabischen und persischen Gebieten des Nahen Ostens aufklären und Einblicke geben in Musik, Sprachen, Speisen und Spiele. Eingebettet werden die Informationen in eine Geschichte, die Erlebnisse eines Kamels erzählt:

Das Kamel trifft ein Mädchen, das ihm das Lied "Wahid" (Eins) vorsingt. Danach besucht das Kamel einen Basar, sammelt dort Eindrücke zur Sprachenvielfalt. Als Lesende und Hörende lernen wir Farsi, Kurdisch und Arabisch kennen - in Klang und Schrift. Und natürlich gibt es auf dem Basar auch viele Speisen, Fessendjoun, Falafel und Koussa mahshi. Das Kamel trifft einen Bergführer und schließt sich ihm für eine Bergtour mit Schnee, Picknick und Tanz an. Am Abend trifft es das Mädchen wieder und sie verabreden sich zu einem Ausflug am nächsten Tag.

Die Schwächen der konstruiert wirkenden Geschichte werden durch einen hohen Informationsgehalt ausgeglichen. Wir erfahren viel über Kamele und das Leben der Menschen. Mit Hilfe der CD erfahren wir aber noch viel mehr über die Musik. Die etwas langweilig vorgetragene Erzählung durch den Autor Marko Simsa selbst wird ergänzt und zum Teil auch untermalt durch Instrumentalmusik und mehrere arabische Lieder. Letztere werden in zwei Sprachen (Deutsch und Arabisch) gesungen und können im Buch in zwei Sprachen mitgelesen werden. So können wir nicht nur optisch die Sprachen vergleichen, sondern haben auch den unmittelbaren klanglichen Eindruck. Die Musiker Marwan Abado, Salah Ammo und Amirkasra Zandian sind aus unterschiedlichen Ländern nach Deutschland gekommen (Libanon, Syrien und Iran) und harmonieren wunderbar beim gemeinsamen Musizieren.

Wünschenswert wäre natürlich gewesen, dass auch für die Illustrationen jemand gefunden worden wäre, der/die unmittelbar aus dem Nahen Osten kommt. Die Österreicherin Linda Wolfsgruber kann aber immerhin auf einen einjährigen Aufenthalt in Teheran zurückgreifen. Ihre Illustrationen bleiben skizzenhaft, wirken teilweise unvollendet und lassen dadurch Raum, die bildlichen Vorstellungen selbstständig zu erweitern. Dargestellt werden vor allem Menschen; Gebäude und "Räume" werden nur angedeutet, Hintergründe bleiben weiß oder sind flächenhaft farbig gestaltet.

Mit diesem Buch liegt eine Darstellung einer Welt vor, aus der viele kommen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtet sind. Die Authentizität des Dargestellten mögen Menschen beurteilen, die die dargestellte Welt besser kennen. Es gelingt jedoch, die stereotypischen und immer wiederkehrenden Vorstellungen ein wenig aufzubrechen und zu erweitern. Insbesondere die mehrsprachigen Anteile in der Schrift und auf der CD sind eine echte Bereicherung.

Christoph Jantzen
[cja 15 Hamburg]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.