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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Poznanski, Ursula,     
Titel:
Buchstabendschungel
ISBN:
978-3-7855-8923-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Büchner, SaBine
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Loewe, Bindlach
Gattung:
Erstlesebuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
9,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein Buch zum Vor- und Erstlesen, zum Entdecken und zum Nachdenken über Namen und Identität.
[cja 15 Hamburg]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Tiere
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieses Buch regt Kinder zum Nachdenken über Schrift und Schriftlichkeit an, die am Übergang vom Vorgelesen bekommen zum Selberlesen sind. Das ist mitunter ein langer Zeitraum und daher ist es gut, dass dieses Buch für das Vor- und das Selberlesen geeignet ist.

Inhaltlich wird in sich ähnelnden Episoden erzählt: Affe und Papagei finden nach einem Sturm viele Buchstaben und stellen fest, dass den Tieren des Dschungels offensichtlich die Anfangsbuchstaben fortgeweht wurden. So machen sie sich auf, die Buchstaben zurückzubringen: Dem Nu das G, der Lange das Sch, dem Al und dem Al das W und das A. Man merkt schnell, dass mit dem vollständigen Namen auch eine Identität, ein Handeln verbunden ist. Und es spielen auf Textebene verschiedene Prinzipien der Schrift eine Rolle: Welche Buchstaben passen überhaupt und ergeben Sinn? Wie ist der Zusammenhang zwischen Schrift und Bedeutung? Welche Rolle spielen Namen für die eigene Identität? Wunderbar wird hier elementare Schriftkultur erfahrbar.

Die Bilder ergänzen kongenial den Text. In ihnen sind die Buchstaben in vielfältigen Formen präsent, geben Hinweise auf tierische Identitäten und sind mitunter gut versteckt, so dass man sie im Bild suchen kann. Und auch ansonsten gibt es viel zu entdecken, was nicht im Text steht: Ein Fisch in einer Flasche, ein Regenschirm als Käferhaus, Würfel und Wecker beim Wal - oft sind die Anlaute der Entdeckergegenstände identisch mit dem Buchstaben, der gerade eine Rolle spielt. Und in manchen Pflanzen entdecken wir Formen von Buchstaben.

Ebenso vielfältig wie Geschichte und Bild sind auch die (möglichen) Umgangsweisen mit dem Buch. In einer häuslichen Vorlesesituation im Vorschulalter lassen sich beim Vorlesen viele lese- und schriftrelevante Prinzipien nebenbei entdecken, ohne dass sie sich aufdrängen. In der Schule können im Lesetandem die Texte gemeinsam gelesen werden, dabei spielt das Entdecken und das sinnentnehmende Lesen sicherlich eine wesentliche Rolle. Durch die Episodenstruktur und die Bilder können schnell Top-Down-Strategien eingesetzt werden, um Handlungen, aber auch zu lesende Wörter zu antizipieren. Und auch für leseschwächere Kinder in Klasse 3 oder 4 bietet sich das Buch als Lese- und Entdeckerstoff an.

So ist der „Buchstabendschungel“ im besten Sinne des Wortes eine hervorragende Erstleselektüre, obwohl (oder gerade weil?) es nicht streng mit den klassischen Gestaltungsnormen für Erstlektüren daherkommt.

Christoph Jantzen
[cja 15 Hamburg]
  
       

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