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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Sloan, Holly Goldberg,     
Titel:
Short – Manchmal wächst man über sich hinaus
ISBN:
978-3-446-26047-4  
Übersetzer:
Savigny, Katharina von
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
253
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2918
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wenn man auf einer Bühne stehen will, dann sollte man groß sein. Klar. Damit man auch gesehen wird. Auch in der hintersten Reihe des Theaters. Oder? Also, warum dann um alles in der Welt meldet ihre Mutter Julia zum Casting für eine Musical-Produktion an? Julia nämlich ist alles andere als groß. Im Gegenteil. Julia ist zu kurz geraten. Auf der Bühne aber entdeckt die Zehnjährige, dass körperliche Größe nicht darüber entscheidet, wie großartig man ist.
[RA 14 Bremen]
       
Lesealter:
10 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Außenseiter / Behinderung / Gefühle / Mädchen / Frau / Musik
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Wenn ich ein Ziel für diesen Sommer hätte, dann wäre es, mir keine Gedanken über meine Körpergröße zu machen und neue Wege zu finden, glücklich zu sein (…)“. Der Sommer scheint kein guter zu werden. Nicht genug, dass Julia ihre Eltern zufällig dabei belauscht, wie diese sich über ihre Größe unterhalten und darüber, dass sie niemals groß werden wird. Als auch noch ihr bester Freund, ihr Hund Ramon Anfang der Sommerferien aufgrund eines Herzfehlers stirbt, kann es eigentlich kaum noch schlimmer werden. Doch es kommt tatsächlich noch dicker. Bruder Tim will zum Musical. Und ihre Mutter denkt, dass wäre doch für Julia auch eine gute Gelegenheit. Aber Julia will nicht. Im Gegensatz zu ihrem Bruder, für den Musik das Größte ist, der Gitarre spielt und auch sonst viel Energie in dieses Hobby steckt, ist Julia alles andere als interessiert. „In dem einen Jahr Klavierunterricht bei Mrs. Sookram habe ich schon etwas gelernt. Ich habe herausgefunden, wie man mit Erwachsenen Konversation machen und sie ablenken kann. (…) Am Ende kam ich zu der Überzeugung, dass Mrs. Sookram lieber über Musik redete, als sich anzuhören, wie ich die falschen Tasten erwischte.“ Und tatsächlich spricht Mrs. Sookram irgendwann die erlösenden Worte „Liebes (…)‚ ich glaube, das Klavier ist nicht dein Instrument.“ Damit schien das Thema überstanden. Aber denkste! Jetzt steht sie in dieser Schlange fürs Casting zum Musical „Der Zauberer von Oz“ und soll vorsingen! Dabei kann sie das genauso wenig wie Klavierspielen. Tanzen kann sie freilich auch nicht. Und überhaupt ist sie doch viel zu klein.
Nun, manchmal kommt es anders als man denkt. Denn Julia überzeugt. Zuerst nur die Jury. Doch nach und nach gelangt die zehnjährige Julia zu einem völlig neuen Selbstbild. In der Rolle eines Munchkins, jenen Zwergen, die Dorothy im Land hinter dem Regenbogen begrüßen, wächst sie über sich hinaus. Und sie entdeckt, das physische Größe weit weniger wichtig ist, als sie bisher dachte.
In ihrem Roman spürt man die Begeisterung der Regisseurin Holly Goldberg Sloan für das Theater in nahezu jedem Satz, jeder Szene, jeder Figir. Sie stellt ihre kleine Heldin auf die Bretter, die die Welt bedeuten und eröffnet ihr damit eine ganz neue eigene Welt, befreit sie aus der Enge der Selbstzweifel, gibt ihr Raum, sich selbst neu zu (er)finden. Luftig und leicht entwickelt die Autorin ihre Hauptfigur. Die Spannung baut sich langsam auf: Immer mehr stellt Julia sich ihrer Kleinwüchsigkeit und entdeckt, dass jedem ein Talent mitgegeben ist – und innere Größe entscheidender ist als körperliche. „In diesem Sommer bin ich größer geworden. Nicht äußerlich, sondern innerlich. Und nur da ist das Größerwerden wirklich wichtig.“ Recht hat sie.
[RA 14 Bremen]
  
       

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