AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

6560 aktuelle Rezensionen, weitere 82419 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Bernhardt, Angela,     
Titel:
Das Rätsel um die rosa Box
ISBN:
978-3-86429-520-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Dürr, Julia
Seitenanzahl:
68
Verlag:
Tulipan, München
Gattung:
Erstlesebuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
10,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Nanna beobachtet, wie ihr verhasster Mitschüler Milan in einem Geschäft eine kleine Lautsprecherbox klaut, und kommt selbst in Verdacht. Wie soll sie sich verhalten?
[Pli 12 Berlin]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Außenseiter / Behinderung / Freundschaft / Gefühle / Kriminalität
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Nanna hadert mit ihrem Namen. Und mit ihrem Unvermögen, vor der gesamten Klasse zu singen oder über den Bock zu springen. Milan macht sich lautstark über sie lustig (was von den Lehrern leider unkommentiert bleibt).
Und dann beobachtet sie ihn zufällig beim Diebstahl. Was soll sie tun? Zum Glück hat sie Tante Lotte, mit der sie sich beraten kann.
Mit detektivischem Spürsinn bekommen die beiden heraus, dass Milan die Box für seine kleine Schwester geklaut hat. Sie ist gehörlos und spürt den Rhythmus der Musik durch die Box auf ihrem Bauch. Ein edles Motiv, das dennoch keinen Diebstahl rechtfertigt, darüber sind sich beide sofort einig. Tante Lotte sorgt mit Nanna dafür, dass die Box ordentlich gekauft wird, ohne Milan dabei bloßzustellen.

Die Geschichte ist unglaublich einfühlsam geschrieben. Empfindet man anfangs für Milan gar keine Sympathie, möchte man ihm am Ende glatt selber helfen. Scheint er doch in einem Elternhaus zu leben, das ihm nicht viel Empathie und Verständnis entgegenbringt.
Und mit Nanna durchlebt man das Hin- und Hergerissen-Sein, versteht, dass sie sich einerseits über den dreisten Diebstahl empört, andererseits Mitleid mit Milan hat, zumal sie miterlebt, wie barsch er von seinem Vater angeschnauzt wird. Und wie Tante Lotte mit ihrer ruhigen, zurückhaltenden Art das Problem aus der Welt schafft, ist einfach genial.

Eine sehr empfehlenswerte kleine Geschichte, die zu Überlegungen und Gesprächen anregt: Was ist richtig, was ist falsch, was gut und was böse? Kann Diebstahl u.U. gerechtfertigt sein? Warum versteht man manchmal das Verhalten eines anderen nicht, warum sollte man nicht so schnell urteilen, sondern erst nach den Gründen suchen?
Das Buch ist mit kleinen braun-rosa Skizzen illustriert, mit sehr großen Buchstaben gedruckt und in übersichtliche Kapitel eingeteilt. Die Sätze sind kurz, die Sprache ist leicht verständlich - ideal für geübte Leseanfänger und wegen des Themas auch als Klassenlesestoff sehr zu empfehlen.
[Pli 12 Berlin]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.