AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

10072 aktuelle Rezensionen, weitere 78341 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Tordasi, Kathrin,     
Titel:
Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende
ISBN:
978-3-7373-5693-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
380
Verlag:
Fischer Sauerländer / Meyers / Duden, Frankfurt/Main
Gattung:
Fantastik
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
16,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Für alle jene Leser:innen, die gern in fremde Welten eintauchen, sich von unbekannten Lebewesen verzaubern lassen und Magie zu schätzen wissen, gibt es neues Lesefutter: Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltenende. Zentrale Rolle spielt dabei ein Gestaltenwandler: Robin Goodfellow, ein Mann, der sich in einen Fuchs verwandeln kann und dem Buch seinen Namen gab.
[ah 12 Berlin]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / fantastisch / märchenhaft / Sterben / Tod
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die Geschichte spielt eingangs im heutigen Wales und greift Figuren und Motive alter Sagen und Mythen auf. Demnach gibt es neben der Welt der Menschen, eine Feenwelt mit vielerlei Lebewesen sowie ein Zwischenreich, das Niemandsland. In dieser Geschichte gelingt der Übergang in eine andere Welt durch uralte, von Druiden errichtete Holztüren, die mit einem Schloss versehen sind.
Die beiden Protagonisten, Portia und Ben, sind Kinder an der Schwelle zum Teenager-Alter. Beide sind von der Autorin als vielschichtige Charaktere angelegt, die im Laufe des Buches über sich hinauswachsen (müssen). Die Geschichte wird abwechselnd aus ihrer beider Perspektive erzählt, was zu Spannungsmomenten führt. Viele Kapitel enden mit klassischen Cliffhangern. Zwischendurch wird die Handlung durch kurze Passagen unterbrochen, die aus Sicht anderer Charaktere erzählt sind. Dies ist ein kluger erzählerischer Kniff, werden so noch mehr Fragen aufgeworfen und die Spannung weiter erhöht. Der Verlag hat diese Passagen auf grauem Papier drucken lassen – passend zum Setting und Inhalt.
Die Geschichte beginnt mit Portias Ankunft in Wales. Sie verbringt – nicht ganz freiwillig – die Sommerferien bei ihren Tanten. Die geplante Spanienreise mit der Mutter musste storniert werden, da die Mutter psychisch erkrankt ist. Durch Portias Neugier werden die Türen in beide Welten geöffnet und dadurch eine große Gefahr ausgelöst. Der Graue König, Herrscher über das Niemandsland, droht sowohl die Menschenwelt als auch das Feenreich mit seinem grauen Nebel zu zerstören.
Ben folgt Portia mit einer ihrer Tanten, um ihn aufzuhalten. Nun beginnt eine klassische Abenteuerreise. Die Kinder gelangen ins Feenreich, treffen hochmütige Feen, gewinnen neue Freunde in Gestalt von Salamandern, müssen sich trennen, treffen sich wieder bei der Festung des Grauen Königs, um ihn endgültig zu besiegen. Dabei decken sie am Ende ein altes Geheimnis auf: Die Tanten waren als junge Frauen selbst schon einmal in der anderen Welt – und haben durch Unachtsamkeit ein Unglück ausgelöst und mehr als ein Leben zerstört.
Das alles ist atmosphärisch dicht geschildert, die Schauplätze sind detailliert beschrieben, erscheinen vor dem Auge der Lesenden. Sprachlich wechseln sich beschreibende Passagen mit viel wörtlicher Rede ab, auch das trägt zur Lebendigkeit bei.
Bei allem Abenteuer: Das Buch ist mehr als eine Aneinanderreihung von zu lösenden Aufgaben oder Rätseln. Ganz nebenbei geschieht eine Auseinandersetzung mit Thema Tod. Bens Vater ist gestorben, er will ihn im Totenreich suchen. Auch der Graue König ist nicht einfach ein eindimensionaler Antagonist. Portia hinterfragt mit ihrem Wissen um Trauer und Depressionen sein Motiv. Die Tiefe zeigt sich darüber hinaus darin, dass in der Geschichte (wie im Leben) am Ende nicht alles gut werden kann. So ist dieses Buch für beide Kinder eine Initiationsreise, die sie verändert und wachsen lässt. Und selbstverständlich ist es auch die Geschichte einer Freundschaft. Sehr empfehlenswert!
[ah 12 Berlin]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.