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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Traxler, Hans,     
Titel:
Die grünen Stiefel
ISBN:
978-3-95614-394-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Traxler, Hans
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Antje Kunstmann Verlag, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Klimawandel, ein Begriff, der bei Erwachsenen in aller Munde ist. Was kommt bei Kindern davon an? Hans Traxler hat zu dem Thema ein wunderschönes Bilderbuch verfasst und gezeichnet.
[bd 12 Berlin]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Fremde Kulturen / Natur / Umweltschutz / Tiere / Zukunft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Als Johann eines Morgens aufwacht, steht sein Zimmer unter Wasser. Schuld ist nicht seine Oma, die wieder einmal vergessen hat, den Wasserhahn in der Dusche abzudrehen. Er schlüpft in seine grünen Gummistiefel, geht in den Garten, sieht alle Felder und Wiesen von Wasser überschwemmt und wundert sich über die Möwenschwärme am Himmel. Seit wann gibt es so große Möwen in dieser Gegend? Doch es kommt noch verrückter: Eisberge schwimmen vorbei, ein kleiner Eisbär treibt auf einer Eisscholle, und in der Ferne erblickt Johann ein großes Kajak mit vielen Männern und Frauen, Eskimos, die Kurs auf sein Zuhause nehmen. Johann flüchtet sich ins Haus zu seiner Oma, die im Fernsehen einen Bericht über die Klimakatastrophe und den Zustand Grönlands sieht. Dort wird es immer wärmer. Abgemagerte Eisbären laufen auf den blühenden, grünen Wiesen umher, auf der Suche nach verdaulicher Nahrung, die Regierung verteilt Sonnenbrillen und Gummistiefel an die Eskimos, die mit den Füßen im schmelzenden Eis stehen, und alle Tiere flüchten sich in den kühleren Süden. Johann ergreift Panik, als er die Menge an Eisbären, Möwen und Eskimos sieht, die inzwischen vor seiner Tür stehen. Doch war alles nur ein Traum? Johann wird zumindest nachdenklich und zieht Konsequenzen.
Dem bekannten, vielfach ausgezeichneten und inzwischen einundneunzigjährigen Hans Traxler ist mit „Die grünen Stiefel“ wieder eine großartige, hintergründige Geschichte zu einem ernsten Thema gelungen. Die klare Sprache und die bunten, detaillierten und zum Teil doppelseitengroßen Zeichnungen ergänzen einander hervorragend und lassen an vielen Stellen (durchaus schwarzen) Humor und Ironie aufblitzen. Die Moral am Ende ist verständlich und klar, ein kleiner Schritt in Richtung Selbstbeschränkung.
Kritiker könnten Hans Traxler vorwerfen, in seiner Geschichte nicht den Begriff der „Inuit“ zu verwenden, mit dem sich allerdings nur die beiden großen Volksgruppen der Eskimos identifizieren können. Er schert sich nicht darum und spricht konsequent von „Eskimos“, ein Wort, das bei nahezu allen Kindern sofort konkrete Assoziationen auslösen wird.
Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab sechs Jahren, aber auch jüngere werden einen Zugang finden. Es gibt viel zu entdecken, zu besprechen und zu schmunzeln.


Babette Danckwerts
[bd 12 Berlin]
  
       

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