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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Verne, Jules; Albrecht, Henrik,     
Titel:
20.000 Meilen unter dem Meer
ISBN:
978-3-219-11884-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Vavouri, Elisa
Seitenanzahl:
31
Verlag:
Betz Annette, Wien
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Weltliteratur und Musik
Jahr:
2020
Preis:
24,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die im Jahr 1870 erschienene Abenteuergeschichte von Jules Verne gibt es in einem unüberschaubaren Angebot an Büchern, Bühnenstücken, Hörspielen und Filmen.
Henrik Albrecht hat nun daraus ein Musikhörspiel für Kinder komponiert.
[Pli 12 Berlin]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / fantastisch / märchenhaft / Natur / Umweltschutz / Seefahrt / Spannung / Streit / Konflikt / Technik
       
Anmerkungen:
Dem Buch liegt die Musik-CD bei.
       
Beurteilungstext:
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Man kann die gekürzte Originalgeschichte vom Meeresforscher Professor Aronnax, dem Harpunier Ned Land und Kapitän Nemo gesondert lesen. Der Professor soll im Auftrag der Regierung ein Seeungeheuer erforschen, das zahlreiche Schiffe in Seenot bringt. Ned Land begleitet ihn in der Absicht, das Ungeheuer zu erlegen, doch als er seine Harpune auf das vermeintliche Ungeheuer schleudert, erweist es sich als das U-Boot von Kapitän Nemo. Der rettet ihnen das Leben, doch lässt sie nicht frei – sie sollen sein Geheimnis nicht verraten.
Nach einigen faszinierenden Abenteuern gelingt ihnen dann die Flucht.

Den Tenor der Geschichte - Ehrfurcht vor der Natur, aber auch Bewunderung gegenüber der neuen Technik - hat der Autor gut bewahrt. Der Text liest sich leicht, ist spannend und dem empfohlenen Alter (ab 5) angemessen.
Leser- und Hörerschaft erfahren staunend, dass der Kapitän echtes Gold verachtet und nur als Ballast für sein Schiff benutzt. Er verlacht die anderen beiden, weil sie es als wertvoll betrachten. Wertvoll sei die Natur, bekommen sie vermittelt, und die muss man schützen.
Die Illustrationen beschreiben die Personen sehr passend: den lockeren Ned Land, den sorgenvollen Professor, den grimmigen Kapitän. In großflächigen Aquarellen begleiten sie den Text perfekt.

Als Parallelgeschichte und in kursiver Schrift gibt es die Erläuterungen zu der Musik, die für so junge Kinder jedoch eine kleine Herausforderung ist. Dass sie – wie der Verlag wirbt – einen perfekten Einstieg in die musikalische Früherziehung bietet, würde ich nicht bestätigen.
Für Kinder, die noch nie mit klassischer Musik konfrontiert wurden und darüber hinaus etwas sensibel sind, wirkt sie eher etwas gewaltig, etwas bedrohlich. Pathetisch, fast im Stil großer Oratorien (man fühlt sich beinah an Hanns Eisler erinnert) werden die einzelnen Episoden sehr anspruchsvoll durch Sänger interpretiert und durch gesprochenen Text ergänzt. Leider versteht man den Gesang nicht vollständig, was bei solchen musikalischen Werken normal ist, deshalb wäre es hilfreich gewesen, den gesungenen Text im Buch nachzulesen. Die Stellen, zu denen es Musiktitel gibt, sind mit kleinen, nummerierten Muscheln gekennzeichnet.

Auch dieser Teil des Buches ist beeindruckend zu hören – für etwas ältere Kinder, die bereits Hörerfahrung in klassischer Musik haben.
Insgesamt ist es ein sehr empfehlenswertes Buch - für unterschiedliche Altersgruppen. So kann man das Buch auch über lange Zeit immer wieder einsetzen.
Der Autor Henrik Albrecht widmet sich seit 2005 der von ihm kreierten Gattung des Orchesterhörspiels und erweckt in dieser Reihe klassische Stoffe der Weltliteratur zu neuem Leben. 2009 erhielt er für „Der Krieg der Knöpfe“ den Deutschen Hörbuchpreis als bestes Kinderhörbuch, 2019 erschien von ihm Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“ (Rezension in der AJUM-Datenbank nachzulesen).
[Pli 12 Berlin]
  
       

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