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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Barnhill, Kelly,     
Titel:
Das Mädchen mit dem Herz aus Gold
ISBN:
978-3-7373-5680-0  
Übersetzer:
Layer, Ilse
Originalsprache:
Amerikanisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
384
Verlag:
Sauerländer, Frankfurt/Main
Gattung:
Fantastik
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Violet ist keine schöne Märchenprinzessin, sondern eher „nicht hübsch“. Trotzdem ist sie bei ihren Untertanen beliebt und geschätzt. Sie selbst möchte gerne schön sein. Auf ihren Streifzügen durch das Schloss entdeckt sie eine geheime Kammer und ihren Bewohner, den Nybbas. Er verspricht ihr Schönheit, wenn sie ihm hilft, seine Macht zurückzuerlangen. Zu spät bemerkt sie, dass dies kein guter Handel war, und kämpft darum, wieder alles zum Guten zu wenden. Aber die dunkle Macht ist sehr stark.
[cz 12 Berlin]
       
Lesealter:
12 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / fantastisch / Emanzipation
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Einstieg in die Geschichte ist ungewöhnlich. Aus der Perspektive des Geschichtenerzählers Cassian werden im Rückblick die Geschehnisse aufgerollt. „Das Ende meiner Welt beginnt mit einer Geschichte.“ Mit diesem Satz wird man magisch in die Welt von Cassian, Prinzessin Violet und ihrem Freund Demetrius hineingezogen.
Das Wesen der Prinzessin entspricht dem emanzipierten Frauenbild, sie reitet gerne und wild, sie klettert, sie jagt und ist relativ kräftig. Sie entspricht nicht dem Schönheitsideal einer Märchenprinzessin, ist aber wegen ihres Wesens bei allen anerkannt und beliebt.
Der fantasievolle Roman ist in mehreren Welten angesiedelt, es gibt kein Universum sondern ein Multiversum, das aus mehreren Blasen besteht. Diese sind nur für Drachen als magische Wesen durchlässig. Und so fängt es an: König Randall hat von einem Drachen erfahren, den er erjagen will. Die Prinzessin bleibt zurück und durchstreift das Schloss, in dem sie ein magisches Gemälde entdeckt, auf dem ein Drache erlegt wird. Dieses Gemälde erscheint ihr immer wieder als Albtraum und sie beginnt, die Kammer zu suchen, in der das Bild hängt.
Dies wird von kleinen unsichtbaren Gottheiten beobachtet, die verhindern wollen, dass der vor langer Zeit so verzauberte 13. Gott befreit wird, weil sie wissen, welchen Schaden er anrichten wird.
Der Roman bietet drei Handlungsebenen, die miteinander verknüpft werden.
Einmal die „reale“ Handlung im Schloss, das ist die Geschichte von Violet und Demetrius. Dann der Krieg des Königs mit dem Bergkönig, den er während der Drachenjagd verärgert. Und schließlich eine Götterwelt, in der ein Gott bestraft und verbannt wurde und nun versucht, sich zu rächen. Hinzu kommt die Entwicklungsgeschichte von Violet.
Letztendlich basiert die Handlung auf verschiedenen Motiven aus der Literaturgeschichte: Was ist Schönheit? Vor allem, was ist wichtiger – die sichtbare oder die unsichtbare, innere Schönheit?
Es geht um Krieg und Frieden: Der kriegerische Bergkönig hat lange auf einen Grund gewartet, König Randalls Burg anzugreifen, und um das Faust-Motiv, die Gier nach Macht – gezeigt in dem machthungrigen und rachsüchtigen Gott Nybbas, der alles vernichtet, um wieder zu erstehen.
Die Liebe darf auch nicht fehlen: Demetrius, ein Waisenkind und enger Vertrauter, ist hoffnungslos verliebt und kämpft um Anerkennung durch Violet.
Am Ende wird das Multiversum zerstört, das Schloss bleibt zurück als Ruine und Violet und Demetrius führen die Überlebenden in eine neu entstandene Zukunft in einem Universum, gemäß dem Motto „jedes Ende ist ein Neubeginn“.

Die Autorin versteht es die Handlungsstränge spannend zusammenzufügen. Das Buch packt und lässt nicht mehr los. Jedes Kapitel lässt den Wunsch nach mehr entstehen.
Ungewöhnlich fand ich, dass es ein relativ düsteres Ende ist. Ja, es gibt einen neuen Beginn für Violet und Demetrius, aber die Opfer sind groß und es ist kein fröhliches Fest, sondern eher ein nachdenklicher Aufbruch ins Ungewisse.
Auch das macht den Reiz dieses magischen Romans mit ungewöhnlichen Figuren und einer spannenden Handlung aus. Meine Meinung: unbedingt lesenswert, besonders gut zum Abschalten geeignet und Eintauchen in eine andere Welt, die bei näherem Hinsehen doch der Welt ähnlich ist, in der wir leben.
[cz 12 Berlin]
  
       

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