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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Drösser, Christoph,     
Titel:
100 Kinder
ISBN:
978-3-522-30537-2  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Coenenberg, Nora
Seitenanzahl:
104
Verlag:
Thienemann, Stuttgart
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Was wäre, wenn unsere Welt ein Dorf von 100 Kindern wäre? Diese Frage steht am Anfang von Christoph Drössers Buch, zu welchem Nora Coenenberg wunderbare Illustrationen beitrug. Wie viele dieser Kinder leben in einer Stadt? Wie viele direkt am Meer? Wie viele können schwimmen? Wie viele sind Vegetarier? Oder machen Musik?
[ah 12 Berlin]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Kindheit / Fremde Kulturen / Ethik / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In sechs Kapiteln betrachtet der Autor, wer diese 100 Kinder sind, wie und mit wem sie leben, wie sie ihre Zeit verbringen, wie es ihnen geht und was sie lernen. Der letzte Teil des Buches umfasst ein Nachwort, Erklärungen zu den Quellen (dazu später mehr) und ein umfangreiches Register.
Jede einzelne Frage beginnt auf einer neuen Seite, die sich farblich von den anderen unterscheidet. Das ist für junge Leser*innen sehr übersichtlich. Die Antwort – immer eine Zahl – ist direkt unter der Frage in Form von Punkten gut visualisiert. Der Textumfang der Antwort variiert, mal ist es eine knappe Seite, nie sind es mehr als zwei.
Die Sätze sind klar und einfach, aber nie simpel. Christoph Drösser beherrscht es, den Fokus auf Wesentliches zu legen, zu erklären ohne zu belehren. Schwierige Begriffe, „wie ethnische Religion“, „Slums“ oder „hybrid“ werden anschaulich erklärt, nichtsdestotrotz ist ein gewisser Umfang an Weltwissen hilfreich bei der Lektüre.
In fröhlichen Farben und mit klarem Strich bebildert Nora Coenenberg die Texte. Ihre Illustrationen bieten die bildliche Erläuterung und veranschaulichen am konkreten Beispiel, was der Text erklärt. Diese wunderbare Art der visuellen Umsetzung – fantasievoll und einfühlsam – erleichtert den Zugang gerade bei komplexeren Themen. Sparsam werden Doppelseiten mit (Welt-)Karten eingesetzt, die einzelne Aspekte einprägsam verdeutlichen.
Während der Lektüre muss die Rezensentin mehrfach schlucken, am Ende ist sie etwas mitgenommen ob der schlechten Start- und Lebensbedingen für viele Kinder auf der Welt (10 Kinder arbeiten, 16 besitzen nicht einmal Schuhe, 52 sind im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt geworden…). Christoph Drösser bemüht sich in seinen Texten um eine Einordnung – ohne dabei zu relativieren.
Sehr gelungen ist das Mut machende Nachwort vom Autor, in dem er positive Entwicklungen der letzten Jahre hervorhebt (ein Drittel weniger Kinder gehen nicht zur Schule, 40 Prozent weniger Kinder müssen arbeiten). Auch die Auflistung der wichtigsten zugrunde liegenden Quellen und die selbstkritische Bewertung soll positiv hervorgehoben werden. So lernen Kinder wissenschaftliches Arbeiten! Einige Fragen, die gut ins Buch gepasst hätten, konnten nicht mit Zahlen unterlegt werden und wurden deshalb nicht aufgenommen – wie schade!
Dieses Buch öffnet den Blick für die Vielfalt der Menschen und ihrer Lebensweisen. Es schafft zahlreiche Gesprächsanlässe und ermöglicht Kindern wie Erwachsenen einen Perspektivwechsel beim Blick auf das eigene Leben. Unbedingt lesen!
[ah 12 Berlin]
  
       

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